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MAINZ//2011: 56. GMDS-Jahrestagung und 6. DGEpi-Jahrestagung

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V.
Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie e. V.

26. - 29.09.2011 in Mainz

Präventionsportal Münsterland

Meeting Abstract

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  • Michael Storck - Westfälische Wilhelms-Universität, Institut für Medizinische Informatik, Münster
  • Frank Ückert - Westfälische Wilhelms-Universität, Institut für Medizinische Informatik, Münster

Mainz//2011. 56. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds), 6. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi). Mainz, 26.-29.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11gmds494

DOI: 10.3205/11gmds494, URN: urn:nbn:de:0183-11gmds4948

Veröffentlicht: 20. September 2011

© 2011 Storck et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Steigende Kosten im Gesundheitswesen werden insbesondere durch eine „Reparaturmedizin“ verursacht [1]. Die Gesellschaft kann es sich nicht leisten, diese Kosten immer weiter steigen zu lassen [2]. Notwendig sind neue Ansätze der medizinischen Versorgung mit dem Ziel, die Entstehung von Krankheiten zu vermeiden, bevor diese in einen behandlungsbedürftigen Zustand kommen [1], [2]. Die Bedeutung des Prinzips „nicht reparieren, sondern vorbeugen“ [2] hat auch Privatpersonen und Unternehmen erreicht. Gesundheitsbewusstsein und Interesse an präventiven Maßnahmen steigen. Neben grundlegenden Basisinformationen spielen insbesondere personalisierte Beratung und regionale Präventionsangebote eine wichtige Rolle. Um sich selbstständig über Gesundheit und Prävention zu informieren, nutzen die Interessierten mehr und mehr das Internet [3]. Folglich steht ihnen eine Flut an Informationen zur Verfügung, deren Qualität und Verständlichkeit nicht immer den fachlichen und persönlichen Anforderungen genügen.

Material und Methoden: Das Präventionsportal Münsterland bietet den regionalen Präventionsanbietern eine Plattform um ihre Präventionsmaßnahmen den Interessierten geeignet darzustellen. Der Interessierte kann leicht Informationen zu Krankheiten, Präventionsmaßnahmen und Therapien über das Portal abzurufen. Gleichzeitig ermöglicht das Portal die Verwaltung eigener medizinischer Daten, geschützt durch das Datenschutzkonzept A der TMF [4], und die Bereitstellung der Daten für ausgewählte Ärzte. Aufgrund der eingegebenen Daten werden automatisiert Krankheitsrisiken ermittelt (z.B. mittels Framingham Score [5] für kardiovaskuläre Erkrankungen [6]) und der Interessent wird gegebenenfalls kontextbezogene diagnostische und therapeutische Hilfen hingewiesen [6]. Die interaktive Kommunikation zwischen den Präventionsanbietern und Interessenten wird durch den Einsatz von Web 2.0 Elementen, wie beispielsweise Livechats und Diskussionsforen, verbessert [7]. Eine digitale Karte aller registrierten Präventionsanbieter bietet die Möglichkeit schnell einen Spezialisten in unmittelbarer Nähe zu finden.

Ergebnisse: Dank des Präventionsportals ist es möglich zeitnah aktuelle Informationen zu Krankheiten, deren Risiken, Therapien und Präventionsmaßnahmen zu erhalten. Dies führt zu einer Sensibilisierung für die Qualität von medizinischen Informationen im Internet. Darüber hinaus erhält man aufgrund seiner medizinischen Daten Hinweise zu persönlichen Krankheitsrisiken ohne einen Arzt konsultieren zu müssen. Es ermöglicht eine bessere Kommunikation zwischen Patienten und Spezialisten und somit bessere Aufklärung und eine schnellere Diagnose. Durch die Aufklärung über Krankheiten und deren Risikofaktoren, können medizinische Probleme früher erkannt oder sogar ganz vermieden werden. Insgesamt wird eine flächendeckende Verbesserung der Präventionsangebote, gemessen am individuellen Bedarf der Patienten, gefördert. Diese Hypothesen werden im Projektverlauf überprüft.

Diskussion und Schlussfolgerung: Das Projekt befindet sich momentan noch in der Konzeptionsphase. Nach Abschluss der Konzeption im Sommer wird es in den folgenden drei Jahren stufenweise entwickelt. Eine konstruktive Diskussion der Idee wäre sehr hilfreich für das Projekt. Während der Laufzeit werden der Nutzen und die Nutzung des Portals evaluiert. Durch das Portal wird langfristig eine Stärkung der Präventivmedizin im Münsterland erwartet.


Literatur

1.
Böcking W, Lenz G, Trojanus D, Kirch W. Prävention, Lebenserwartung und Ausgaben für Gesundheit. Dtsch med Wochenschr. 2007;132(42):2217-20.
2.
Apitz R, Winter SF. Potenziale und Ansätze der Prävention. Der Internist. 45(2):139-47.
3.
Kummervold PE, et al. eHealth trends in Europe 2005–2007: a population-based survey. J Med Internet Res. 2008;10(4):e42.
4.
Lablans M, Brüntrup R, Drepper J, Ückert F. Eine generische Softwarebibliothek zur Umsetzung des TMF-Datenschutzkonzepts A im Webeinsatz. In: 55. GMDS-Jahrestagung, 05.-09. September 2010, Mannheim.
5.
Eichler K, Puhan M, Steurer J, Bachmann L. Prediction of first coronary events with the Framingham score: A systematic review. American Heart Journal. 2007;153(5):722-31.e8
6.
Lengfelder W. Primäre Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen durch nichtpharmakologische Maßnahmen. Medizinische Klinik. 97(2):77-87.
7.
Wirth U. Health 2.0 – Soziale Netzwerke im Gesundheitssektor. Wissensmanagement. 2010;6.