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MAINZ//2011: 56. GMDS-Jahrestagung und 6. DGEpi-Jahrestagung

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V.
Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie e. V.

26. - 29.09.2011 in Mainz

Einsatz einer ClaML-Schnittstelle zum Import von Klassifikationen

Meeting Abstract

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  • Sylvie Ngouongo - Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie (IBE), München
  • Jürgen Stausberg - Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie (IBE), München

Mainz//2011. 56. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds), 6. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi). Mainz, 26.-29.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11gmds490

DOI: 10.3205/11gmds490, URN: urn:nbn:de:0183-11gmds4902

Veröffentlicht: 20. September 2011

© 2011 Ngouongo et al.
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Gliederung

Text

Der Einsatz kontrollierter Vokabulare ist für eine Mehrfachverwendung von Daten zwingend erforderlich. Man spricht von semantischer Interoperabilität, da kontrollierte Vokabulare einen Informationsaustausch auf Bedeutungsebene unterstützen [1], [2]. Um die klinische Forschung in der Wiederverwendung ihrer Studiendaten zu unterstützen, fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung ein Projekt zur Erstellung eines nationalen Metadata Repository (MDR) [3]. Das Projekt sieht die Einbindung externer Standards vor. Diese können zur Definition von Konzepten, Merkmalen und Wertebereichen genutzt werden. Nachfolgend soll über die Konzeption, Implementierung und den Test einer ClaML-Schnittstelle zum Import von Klassifikationen ins MDR berichtet werden.

Nach Empfehlung der WHO [4], [5] wurde die Classification Markup Language (ClaML) als Masterformat für die Darstellung und den Austausch des Inhalts von Klassifikationen verabschiedet [6], [7]. Die MDR-Architektur basiert auf dem Metamodell der ISO/IEC 11179 „Information technology – Metadata Registries (MDR)“ [8]. Das sogenannte Concepts Package ist dort zur Repräsentation von Terminologiesystemen und Klassifikationen vorgesehen. In einem ersten Schritt wurde die Abbildbarkeit von ClaML sowie von OPS und ICD-10-GM auf das Concepts Package auf Ebene der Modellelemente geprüft. Entsprechend der XML-Struktur von ClaML sollte die Schnittstelle mit der Extensible Stylesheet Language Transformation (XSLT) realisiert werden. Der Test der Schnittstellen erfolgte über den Import von Klassifikationen im ClaML-Format in eine relationale Datenbank, die das XML-Schema des Concepts Package widerspiegelt. Das Ergebnis wurde auf formale Richtigkeit sowie Übereinstimmung mit den Metadaten des DIMDI überprüft.

Die wesentlichen Strukturelemente von ClaML konnten ebenso wie die der einzelnen Klassifikationen auf das Concepts Package abgebildet werden. Für die Abbildung von Besonderheiten wie der Kreuz-Stern-Notation wurde auf die Klasse Assertion der ISO 11179 zurückgegriffen. Zur Transformation von ClaML ins MDR-Schema wurden mehrere XSLT-Skripte verknüpft. U. a. werden hier Verfahren zur Generierung notwendiger Integritätsbedingungen für assoziative Beziehungen des Concepts Package eingesetzt. Unterschiedliche Interpretation von ClaML bei ICD-10-WHO, OPS und ICD-10-GM bedingten eine Nachjustierung. Die resultierenden Einträge im MDR entsprachen den DIMDI-Metadaten.

Die Implementierung der vorgestellten Schnittstelle befasst sich mit monohierarchischen Klassifikationen. Klassifikationsregeln wie Ein- und Ausschlusskriterien werden dabei nur teilweise berücksichtigt. Bei Abbildung über das Element Assertion ist deren Bedeutung auf Anwendungsebene zu rekonstruieren. ClaML vermischt Layout und Strukturen, wobei nur letzteres durch die ISO 11179 abgedeckt wird. WHO und DIMDI verwenden unterschiedliche ClaML-Elemente zur Abbildung von Subklassifikationen. Prinzipiell ist daher die ClaML-Schnitstelle zum Import von Klassifikationen geeignet. Spielräume zur Interpretation des Standards sind in einer Folgeversion zu bereinigen.

Danksagung: Die vorliegende Arbeit wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung als Teil des Verbundvorhabens Metadata Repository (Förderkennzeichen: 01EZ0936B) gefördert.


Literatur

1.
Ahmadian L, van Engen-Verheul M, Bakhshi-Raiez F, Peek N, Cornet R, de Keizer NF. The role of standardized data and terminological systems in computerized clinical decision support systems: literature review and survey. Int J Med Inform. 2011;80(2):81-93.
2.
Ingenerf J. Terminologien oder Klassifikationen. Was bringt die Zukunft? Bundesgesundheitsbl - Gesundheitsforsch – Gesundheitsschutz. 2007;50:1070-1083.
3.
Stausberg J, Löbe M, Verplancke P, Drepper J, Herre H, Löffler M. Foundations of a metadata repository for databases of registers and trials. In: Adlassnig K-P, Blobel B, Mantas J, Masic I, eds. Medical Informatics in a United and Healthy Europe. Proceedings of MIE 2009. Amsterdam: IOS; 2009. p. 409-413.
4.
Newsletter on the WHO-FIC. 2005;3(1).
5.
Weber S, Celik C, Bröenhorst S, Schopen M. How to migrate to ClaML? Available from: http://www.dimdi.de/static/en/klassi/koop/who/etc/index.html#repxml [last access 2011-04-07]. Externer Link
6.
DIMDI. Erläuterungen zur Dokument-Typ-Definition (DTD) der Classifikation-Markup-Language (ClaML) – ClaML Kurzdokumentation. Köln: DIMDI.
7.
EN 14463:2007 Health informatics. A syntax to represent the content of medical classification systems. –ClaML.
8.
Committee Draft ISO/IEC CD2 11179-3. Information technology - Metadata Registries (MDR) - Part 3: Registry Metamodel and basic attributes. 3rd Edition. Date: 2009-03-22. Available from: http://metadata-standards.org/ [last access 2011-03-30]. Externer Link