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MAINZ//2011: 56. GMDS-Jahrestagung und 6. DGEpi-Jahrestagung

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V.
Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie e. V.

26. - 29.09.2011 in Mainz

Stufenkonzept für eine bundesweite Plattform zur Telekooperation in Traumanetzwerken

Meeting Abstract

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  • Martin Staemmler - Fachhochschule Stralsund, Stralsund
  • Michael Walz - TÜV SÜD Life Service GmbH, Eschborn
  • Johannes Sturm - Akademie der Unfallchirurgie GmbH, München/Berlin

Mainz//2011. 56. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds), 6. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi). Mainz, 26.-29.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11gmds432

DOI: 10.3205/11gmds432, URN: urn:nbn:de:0183-11gmds4327

Veröffentlicht: 20. September 2011

© 2011 Staemmler et al.
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Gliederung

Text

Einführung: Die Empfehlungen des Weißbuchs zur Schwerverletzenversorgung [1] führten zur Bildung von ca. 55 Traumanetzwerke (TNW) (ca. 800 unfallchirurgische Kliniken). Grundlage für deren Kooperation bildet eine enge und funktionierende Kommunikation zwischen den Kliniken, die jedoch in Bezug auf den Austausch von Bilddaten in jedem TNW und übergreifend unterschiedlich ausgeprägt ist. Dieser Austauschs soll durch eine bundesweite Plattform erfolgen, die für einzelne Kliniken und bestehende TNW offen ist. Dieser Beitrag stellt ein Stufenkonzept zur Umsetzung vor, das die Anforderungen der Kliniken bzw. TNW und die Rahmenbedingungen (z.B. Datenschutz, bestehendes Rechtemanagement des Traumaregisters) berücksichtigt.

Material und Methoden: Die funktionale Analyse ergibt, dass die Szenarien „Notfallkonsultation“ und „zweite Meinung“ den Austausch von Bilddaten in Form von DICOM-Objekten [2], aber auch in Formaten wie TIFF oder JPEG benötigen. Vergleichbar zu einer Teleradiologie nach RöV [3] ist eine Übertragungszeit von 15 Minuten einzuhalten. Die technische Analyse zeigt die unterschiedliche Ausstattung der Kliniken: (i) Bereitstellung von Bilddaten: von einer fehlenden DICOM-Schnittstelle bis zum vollständig ausgebauten RIS/PACS und (ii) Netzwerkanbindung: von A-DSL über S-DSL bis zur Standleitung.

Ergebnisse und Zusammenfassung: Das Stufenkonzept setzt auf einer zentralen Infrastruktur auf, die DICOM- und Portalfunktionen beinhaltet. Stufe 1 erlaubt den manuellen Austausch von DICOM-Objekten über einen Viewer mit „upload“ und „download“. Per Web-Viewer erhalten berechtigte Teilnehmer in Kliniken ohne weitere Konfigurationen Zugriff. Stufe 1a erweitert Stufe 1 um den Austausch von nicht DICOM-Objekten. Stufe 2 setzt eine Gateway-Anwendung zur Anbindung eines Traumanetzwerks bzw. einer Klinik voraus und erlaubt den direkten Versand bzw. Empfang über ein PACS, eine Befundungsstation oder eine Modalität. Stufe 3 erweitert die zentrale Infrastruktur um die Unterstützung für wissenschaftliche Studien. Die Infrastruktur ist redundant realisiert und gewährleistet mindestens 25 parallele Übertragungen mit im Mittel 500 Bildern in weniger als 15 Minuten. Das datenschutzkonforme Rechtemanagement nutzt vorhandene Strukturen der Traumanetze.

Diskussion: Im Vergleich zu Konzepten bestehender TR-Netze [4], [5], [6] garantiert die Stufe 1 die Skalierbarkeit auf eine bundesweite Dimension ohne eine umfangreiche Installation vor Ort. Das Konzept eines Gateways in Stufe 2 ist in Bezug auf eine Einrichtung nicht neu, als Brücke zwischen einem bereits etablierten Traumanetzwerk führt es jedoch zu einer weitergehenden Funktionalität. Im Gegensatz zu diesem durch die DICOM Funktionalität geprägten Konzept, wäre auch eine Dokumenten basierte Lösung (z.B. eFA [7], IHE [8]) denkbar, die zwar in Bezug auf den Fallkontext vorteilhaft wäre, aber keine zeitnahe Ende-zu-Ende Kommunikation für umfangreiche Bilddaten bereitstellt. Das Stufenkonzept befindet sich in der Umsetzung durch die Akademie der Unfallchirurgie, so dass zur GMDS Tagung Erfahrungen vorliegen.


Literatur

1.
Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. Weissbuch Schwerverletzen-Versorgung. Berlin; 2011. Available from: http://www.dgu-online.de/pdf/unfallchirurgie/weissbuch/weissbuch.pdf Externer Link
2.
Piannykh OS. Digital Imaging and Communicatins in Medicine (DICOM). Berlin: Springer Verlag; 2008. ISBN 978-3-540-74570-9
3.
DIN. DIN 6868-159, Sicherung der Bildqualität in röntgendiagnostischen Betrieben – Teil 159: Abnahme und Konstanzprüfung in der Teleradiologie nach RöV. 2009.
4.
Weisser G. Praktische Erfahrungen im Teleradiologie-Projekt Rhein-Neckar-Dreieck. In: Deutscher Röntgenkongress, 2009. Available from: http://apps.drg.de/data/DOWNLOADS/roentgenkongress-2009/Weisser_RK306_ Teleradiologie_22mai09.pdf Externer Link
5.
reif und möller diagnostic-network ag. 2011. http://www.diagnostic-network-ag.de/index.php Externer Link
6.
Staemmler M, Schmidt C, Dräger J, Ehricke HH. Nachhaltige und verlässliche landesweite Telematik-Dienste – organisatorische und technische Umsetzung. In: Duesberg F, Hrsg. e-Health 2010. medical future verlag; 2009. S 163-166.
7.
Engelmann U, Münch H, Schröter A, Meinzer HP. Teleradiologie-Konzepte der letzten 10 Jahre am Beispiel von CHILI. In: Jäckel, Hrsg. Telemedizinführer Deutschland 2008. Bad Nauheim: Minerva; 2007. S. 242-248.
8.
eFA (elektronische Fallakte). 2011. http://www.fallakte.de Externer Link
9.
IHE Cross Enterprise Document Sharing (XDS). 2011. http://www.ihe.net Externer Link