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MAINZ//2011: 56. GMDS-Jahrestagung und 6. DGEpi-Jahrestagung

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V.
Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie e. V.

26. - 29.09.2011 in Mainz

Osteoporose in Deutschland – Epidemiologie und Versorgung

Meeting Abstract

  • Silvia Klein - IGES Institut, Berlin
  • Torsten Schmidt - IGES Institut, Berlin
  • Roland Linder - Wissenschaftliches Institut der TK für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen, Hamburg
  • Bertram Häussler - IGES Institut, Berlin

Mainz//2011. 56. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds), 6. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi). Mainz, 26.-29.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11gmds399

DOI: 10.3205/11gmds399, URN: urn:nbn:de:0183-11gmds3992

Veröffentlicht: 20. September 2011

© 2011 Klein et al.
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Gliederung

Text

Einleitung/Hintergrund: Durch die demografische Entwicklung ist von einer Zunahme der Menschen mit Osteoporose auszugehen. Frakturen als Komplikation der Osteoporose sind häufig, obwohl sie durch eine adäquate Behandlung vermeidbar sind. Frakturen beinträchtigen die Lebensqualität stark und gehen mit hohen Kosten einher. Es werden Prävalenz, Inanspruchnahme von Diagnostik und Therapie sowie die damit einhergehenden Kosten untersucht.

Material und Methoden: Es wurde eine retrospektive Kohortenstudie (2006–2009) auf Basis pseudonymisierter Abrechnungsdaten der Techniker Krankenkasse durchgeführt. Versicherte mit Osteoporose wurden über Krankenhaus-, Anschlussheilbehandlung- und Arbeitsunfähigkeits- und ambulante Diagnosen (M80.* und M81.*) sowie Verordnungen osteoporosespezifischer Arzneimittel identifiziert.

Ergebnisse: Die Prävalenz der Osteoporose bei Über-50-Jährigen betrug 12%. Für Deutschland ergeben sich hochgerechnet 5,5 Mio. (17%) Menschen mit Osteoporose, davon 4,7 Mio. Frauen. Die Prävalenz nimmt mit dem Alter zu und liegt bei Frauen älter als 74 Jahre bei 33%. Jährlich erkranken 2,3% Menschen über 50 Jahren neu an Osteoporose. 27% der Versicherten mit Osteoporose erlitten innerhalb des Beobachtungszeitraums eine Fraktur. Die meisten Versicherten sind von Frakturen der Lendenwirbelsäule und des Beckens (S32.*) betroffen. Bei 15% der Versicherten mit Osteoporose und Frakturen wurde innerhalb des Beobachtungszeitraums eine Knochendichtemessung durchgeführt. Innerhalb des Beobachtungszeitraums erhielten 24% der Versicherten Basistherapie, 24% Bisphosphonate und 13% Hormontherapie. 82% wurden mit Schmerzmitteln versorgt.

Diskussion/Schlussfolgerungen: Zu den identifizierten Versicherten mit Osteoporose kommt eine Dunkelziffer an nicht diagnostizierten Osteoporotikern, die ggf. Frakturen haben. Es gibt Hinweise darauf, dass sich die Versorgung seit 2003 verbessert hat.