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MAINZ//2011: 56. GMDS-Jahrestagung und 6. DGEpi-Jahrestagung

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V.
Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie e. V.

26. - 29.09.2011 in Mainz

Medikamentengebrauch bei Schulkindern der 4. Klassenstufe in Baden-Württemberg 2008/09

Meeting Abstract

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  • Maria Seitz - Evangelische Hochschule Ludwigsburg, Ludwigsburg
  • Holger Knebel - Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg, RP Stuttgart, Stuttgart
  • Iris Zöllner - Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg, RP Stuttgart, Stuttgart

Mainz//2011. 56. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds), 6. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi). Mainz, 26.-29.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11gmds373

DOI: 10.3205/11gmds373, URN: urn:nbn:de:0183-11gmds3731

Veröffentlicht: 20. September 2011

© 2011 Seitz et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: In Baden-Württemberg werden seit 1992/93 Querschnittserhebungen bei Schulkindern der 4. Klassenstufe zu Umwelt und Gesundheit im Sinne eines Gesundheitsmonitorings durchgeführt. In diesem Beitrag werden die aktuellen Ergebnisse einer Elternbefragung zum Medikamentengebrauch vorgestellt.

Material und Methoden: Im Rahmen des Projektes "Beobachtungsgesundheitsämter" haben im Winterhalbjahr 2008/2009 Eltern von 1750 Kindern in einem Fragebogen folgende Fragen zu beantwortet: "Hat Ihr Kind in den letzten 14 Tagen vor dieser Befragung Medikamente eingenommen bzw. hat es Medikamente gespritzt bekommen?" und "Wenn ja, geben Sie bitte die Namen der Medikamente an". Die Medikamentenangaben wurden mit Hilfe der Roten Liste verschlüsselt und nach Hauptgruppen der Roten Liste ausgewertet. Untersucht wurde auch der Einfluss gesundheitlicher und sozioökonomischer Merkmale auf den Medikamentenkonsum.

Ergebnisse: In der Untersuchung 2008/2009 gaben die Eltern von 13% der untersuchten Kinder an, dass ihr Kind in den 14 Tagen vor der Untersuchung mindestens ein Medikament bekommen hatte. Aufgeschlüsselt nach Hauptgruppen der Roten Liste hatten 3,1% der Kinder Antitussiva/Expektorantia bekommen, 2,8% Analgetika, die bei Kindern hauptsächlich zur Fiebersenkung eingesetzt werden. 1,9% der Kinder erhielten Psychopharmaka, 1,7% Broncholytika/Antiasthmatika und 1% der Kinder nahmen Schilddrüsentherapeutika. Unter den zehn am häufigsten genannten Arzneimittelgruppen waren weiterhin: Rhinologika/Sinusitismittel (0,9% der Kinder), Antibiotika/Antiinfektiva(0,8%), Antiallergika(0,5%), Mund- und Rachentherapeutika(0,3%) sowie Hautpräparate(0,2%).

Auffällig waren Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen: Jungen wurden 3mal so häufig mit Psychopharmaka behandelt wie Mädchen (3% versus <1%), während Mädchen doppelt so häufig wie Jungen mit Antitussiva/Expektorantia und Analgetika bekamen (jeweils 4% vs. 2%).

Die 14-Tage-Prävalenz der Medikamenteneinnahme insgesamt war bei deutschen Kindern höher als bei Kindern anderer Nationalität.

Insbesondere Kinder aus Familien, in denen atopische Erkrankungen bei Eltern oder Geschwistern aufgetreten waren, bekamen häufiger Medikamente als Kinder aus anderen Familien.

Kinder von Müttern mit einem Hauptschulabschluss erhielten häufiger Psychopharmaka als Kinder von Müttern mit einem höheren Schulabschluss (3% vs. 1,8%).

Diskussion und Schlussfolgerungen: In der aktuellen Erhebung sind deutliche Unterschiede in der Medikation von Mädchen und Jungen zu erkennen. Bei der Anwendung von Psychopharmaka ist außerdem ein Anstieg gegenüber früheren Untersuchungsjahren zu beobachten.