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MAINZ//2011: 56. GMDS-Jahrestagung und 6. DGEpi-Jahrestagung

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V.
Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie e. V.

26. - 29.09.2011 in Mainz

Schlafdauer und Übergewicht bei Kindern aus Nord- und Südeuropa

Meeting Abstract

  • Sabrina Hense - Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin (BIPS), Bremen
  • Hermann Pohlabeln - Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin (BIPS), Bremen
  • Stefaan De Henauw - Ghent University, Ghent, Belgium
  • Gabriele Eiben - University of Goteborg, Goteborg, Sweden
  • Dénes Molnar - University of Pécs, Pécs, Hungary
  • Luis A. Moreno - University of Zaragoza, Zaragoza, Spain
  • Gianvincenzo Barba - National Research Council, Naples, Italy
  • Charalampos Hadjigeorgiou - Research and Education Institute of Child Health, Strovolos, Cyprus
  • Toomas Veidebaum - National Institute for Health Development, Tallin, Estonia
  • Wolfgang Ahrens - Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin (BIPS), Bremen

Mainz//2011. 56. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds), 6. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi). Mainz, 26.-29.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11gmds283

DOI: 10.3205/11gmds283, URN: urn:nbn:de:0183-11gmds2831

Veröffentlicht: 20. September 2011

© 2011 Hense et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Zahlreiche Studien aus verschiedenen Ländern und in unterschiedlichen Altersgruppen deuten auf einen Zusammenhang zwischen kurzer Schlafdauer und Übergewicht hin. Die Vergleichbarkeit dieser Ergebnisse ist jedoch aufgrund methodischer Unterschiede zwischen den Studien beeinträchtigt. In einer europäischen multizentrischen Studie untersuchten wir die Assoziation zwischen Schlafdauer und Übergewicht bei Kindern aus Nord- und Südeuropa und testeten diese auf eine mögliche Effektmodifikation durch regionale Zugehörigkeit (geografisch).

Methoden: Im Rahmen der IDEFICS Studie lagen Daten zu Schlaf und Übergewicht von 7867 Kindern im Alter von 2-9 Jahren aus acht europäischen Ländern vor. Schlafdauer wurde mittels eines einheitlichen 24h-Recall-Interviews von den Eltern erfragt. Gewicht und Größe der Kindern wurd ein allen teilnehmenden Zentren anhand einheitlicher Messverfahren ermittelt. Angaben zu persönlichen, psychosozialen, Verhaltens- und Umweltfaktoren wurden in Form eines standardisierten Elternfragebogens erhoben. Logistische Regressionsmodelle wurden zur Analyse des Zusammenhangs zwischen Schlaf und Übergewicht und zur Testung auf Effektmodifikation durch regionale Zugehörigkeit angewendet.

Ergebnisse: Die Schlafdauer unterschied sich zwischen Nord- und Südeuropa (p<0,001) und zwischen normal- und übergewichtigen Kindern (p<0,001). Ein dosisabhängiger negativer Zusammenhang zwischen Schlafdauer und Übergewicht zeigte sich mit ORs von 1,91 (99% KI 1,47-2,49) für eine Schlafdauer von 10-11 Stunden und 2,89 (99% KI 2,15-3,89) für eine Schlafdauer von weniger als 9 Stunden (Referenzkategorie >11 Stunden). Obwohl der Zusammenhang in Südeuropa stärker war, als in Nordeuropa lag keine statistisch relevante Effektmodifikation durch regionale Zugehörigkeit vor. Eine zusätzliche Kontrolle für Region führte zu einer Abschwächung des Zusammenhangs (10-11 Std: OR = 1,36; 99% KI 1,03-1,80; <9 Std: OR = 2,22; 99% KI 1,64-3,02). Die Assoziation zwischen Schlafdauer und Übergewicht zeigte sich stärker bei Schulkindern, als bei Kindergartenkindern.

Diskussion: Die regionale Zugehörigkeit und damit verbundene Aspekte scheinen nicht als Effektmodifikator im Zusammenhang zwischen Schlafdauer und Übergewicht zu wirken. Dennoch sollte sie als konfundierender Faktor in Bezug auf diese Assoziation berücksichtig werden.