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MAINZ//2011: 56. GMDS-Jahrestagung und 6. DGEpi-Jahrestagung

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V.
Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie e. V.

26. - 29.09.2011 in Mainz

Zusammenspiel von Hygiene-Hypothese und Bauernhofeffekt im Hinblick auf kindliches Asthma und Allergien – die GABRIEL Advanced Surveys

Meeting Abstract

  • Jon Genuneit - Universität Ulm, Ulm
  • David Strachan - St George's, University of London, London
  • Gisela Büchele - Universität Ulm, Ulm
  • Juliane Weber - Ludwig Maximilians Universität München, München
  • Marco Waser - Universität Basel, Basel
  • Barbara Sozanska - Medizinische Universität Wroclaw, Wroclaw
  • Andrzej Boznanski - Medizinische Universität Wroclaw, Wroclaw
  • Paul Cullinan - Imperial College London, London
  • Charlotte Braun-Fahrländer - Universität Basel, Basel
  • Erika von Mutius - Ludwig Maximilians Universität München, München

Mainz//2011. 56. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds), 6. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi). Mainz, 26.-29.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11gmds282

DOI: 10.3205/11gmds282, URN: urn:nbn:de:0183-11gmds2828

Veröffentlicht: 20. September 2011

© 2011 Genuneit et al.
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Gliederung

Text

Die Anzahl von Geschwistern, der Besuch von Kindergärten und die Exposition auf Bauernhöfen reduzieren das Risiko für das Auftreten von Asthma und Allergien im Kindesalter. Familien, die auf Bauernhöfen leben, sind größer als andere Familien. Wir untersuchten das Zusammenspiel und die Unabhängigkeit dieser schützenden Effekte in den großen GABRIELA Surveys.

Die GABRIELA Surveys sind mehr-phasische Querschnittsstudien zum Bauernhofeffekt aus Asthma und Allergien bei 79,888 Kindern im Alter von 6 bis 12 Jahren. Detaillierte Daten zum Bauernhofleben, der Anzahl der Geschwister, dem Besuch von Kindergärten, sowie Asthma, Allergien und spezifischem Serum IgE wurden gesammelt, zum Teil in einer stratifizierten Zufallsstichprobe (n>8,000). Wir verwendeten multivariate logistische

Regression mit - wenn nötig - gewichteten stratifizierten Schätzmethoden um Chancenverhältnisse mit 95% Vertrauensbereichen zu modellieren und multiplikative Interaktionsterme zu testen.

Kinder, die auf Bauernhöfen leben, haben eine größere Anzahl Geschwister und besuchen seltener Kindergärten als ihre Altersgenossen aus denselben Gegenden. Eine höhere Anzahl von Geschwistern wie auch Exposition auf Bauernhöfen verringerten unabhängig voneinander die Prävalenz von Asthma und Allergien. Der Besuch von Kindergärten hatte keinen schützenden Effekt. Es gab keine klaren Hinweise für Interaktion zwischen Familiengröße und Bauernhofleben. Die Prävalenz von Heuschnupfen war 12% bei Einzelkindern die nicht auf einem Bauernhof lebten und 2% bei Kindern mit mehr als 2 Geschwistern, die auf einem Bauernhof lebten.

Die inverse Assoziation von Bauernhofleben mit Asthma und Allergien zeigt sich in allen Familiengrößen ohne klare Tendenz von totaler Sättigung oder Synergie der Effekte. Dies könnte darauf hinweisen, dass unterschiedliche Mechanismen diesen beiden Effekten zugrunde liegen. Die Kombination von Bauernhofleben und Familiengröße hatte einen markanten Einfluss auf die Prävalenz von allergischen Erkrankungen und unterstreicht den wesentlichen Einfluss von umweltbedingten Determinanten.