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MAINZ//2011: 56. GMDS-Jahrestagung und 6. DGEpi-Jahrestagung

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V.
Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie e. V.

26. - 29.09.2011 in Mainz

Entwicklung harmonisierter regionaler Indikatoren für Gesundheitsmonitoringsysteme: Erfahrungen aus einem EU-Projekt

Meeting Abstract

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  • Linda Tacke - Landesinsitut für Gesundheit und Arbeit NRW (LIGA.NRW), Bielefeld
  • Odile C. L. Mekel - Landesinsitut für Gesundheit und Arbeit NRW (LIGA.NRW), Bielefeld

Mainz//2011. 56. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds), 6. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi). Mainz, 26.-29.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11gmds253

DOI: 10.3205/11gmds253, URN: urn:nbn:de:0183-11gmds2531

Veröffentlicht: 20. September 2011

© 2011 Tacke et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Die Weiterentwicklung von nachhaltigen, kontinuierlichen Gesundheitsmonitoringsystemen ist eine Kernaufgabe des Öffentlichen Gesundheitsdienstes. Durch diese Systeme können Vergleiche der Krankheitslast und des Gesundheitsgewinns in und zwischen Ländern vollzogen werden. Hier setzt das Projekt UNIPHE („Use of sub-national indicators to improve public health in Europe“) an. Mit dem Ziel der Vergleichbarkeit existierender Monitoringsysteme wird ein Bündel von regionalen Indikatoren zur verbesserten Beschreibung des Gesundheitszustands in Europa entwickelt.

Methoden: Im Projekt sind 7 europäische Länder beteiligt: Großbritannien, Deutschland, Spanien, Ungarn, Slowenien, Litauen und Rumänien. Für die Abbildung von gesundheits- (und umweltbezogenen) Trends ist ein Beobachtungszeitraum von zehn Jahren (1999-2008) festgelegt worden. Angelehnt an das „Environment and Health Information System (ENHIS)“ Projekt wurden methodological sheets für jeden Indikator entwickelt, die Definitionen, Interpretationen, Hinweise zur Berechnung sowie zu weiteren Quellen für den Indikator enthalten. Anhand dieser “Leitfäden“ erhebt jeder Projektpartner auf Grundlage derselben Methode die Daten.

Ergebnisse: Die ausgewählten Indikatoren setzen sich aus folgenden Kategorien zusammen: Bevölkerung, Mortalität/Verletzungen, umweltbedingte Erkrankungen und Klimawandel. Es wurden insgesamt 22 Kernindikatoren identifiziert, die aufgrund ihrer Eignung und Datenverfügbarkeit auf regionaler Ebene in das System aufgenommen wurden. Darüber hinaus deckt ein erweitertes Set von 28 Indikatoren neben Indikatoren aus den Themenfeldern umweltbedingte Erkrankungen und Klimawandel zusätzlich den Bereich Adipositas/körperliche Aktivität ab. Insgesamt wurden Daten aus 283 Regionen erhoben. Zu 7 Indikatoren aus dem Kernsatz wurden ausführliche Analysen durchgeführt, die die Unterschiede gesundheitlichen Befindens auf der regionalen Ebene verdeutlichen. So deutet bspw. der allgemein rückläufige Trend von Verkehrsunfällen in Deutschland auf der Ebene der Kreise und kreisfreien Städte in NRW darauf hin, dass starke Schwankungen der Unfallhäufigkeit zwischen ländlichen und städtischen Gebiete bestehen. Auch der allgemein rückläufige Trend der Säuglinssterblichkeit in Rumänien verweist auf der Ebene der 42 Grafschaften auf Disparitäten auf der regionalen Ebene.

Diskussion/Schlussfolgerungen: Durch den Aufbau eines in sich konsistenten, gemeinsamen Gesundheitsmonitoringsystems in Europa wird die Vergleichbarkeit der Gesundheitsdaten erleichtert und frühzeitig abweichende Trends in der Krankheitslast erkennbar gemacht. Diese harmonisierte Bereitstellung von gesundheitsbezogenen Daten auf der regionalen Ebene bietet daher die Möglichkeit, kleinräumige Vergleiche innerhalb und zwischen europäischen Regionen vorzunehmen. Dadurch wird eine Basis geschaffen, um die Implementierung politischer Maßnahmen und Interventionen in europäischen Regionen zu ermitteln und ihre Auswirkungen zu überprüfen. Das Projekt soll auch zeigen, inwieweit sich diese Maßnahmen auf verschiedene Regionen übertragen lassen.

Kontaktadresse der Projektleitung:

Health Protection Agency,

Chemical Hazards & Poisons Division,

6th Floor, 5 St Philip's Place, Birmingham B3 2PW, UK