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MAINZ//2011: 56. GMDS-Jahrestagung und 6. DGEpi-Jahrestagung

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V.
Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie e. V.

26. - 29.09.2011 in Mainz

Das Peniskarzinom – Gemeldete Fälle und Überleben in Sachsen, 2000-2008

Meeting Abstract

  • Stefanie J Klug - Tumorepidemiologie, UniversitätsKrebsCentrum, Universitätsklinikum Dresden, Dresden
  • Wolf-Diether Böhm - Gemeinschaftspraxis für Urologie, Dresden
  • Anne Neumann - Tumorepidemiologie, UniversitätsKrebsCentrum, Universitätsklinikum Dresden, Dresden
  • Andreas Gonsior - Klinik und Poliklinik für Urologie, Universität Leipzig, Leipzig
  • Lars-Christian Horn - Institut für Pathologie, Universitätsklinikum Leipzig, Leipzig
  • Christian Kriegel - Klinik und Poliklinik für Urologie, Universität Leipzig, Leipzig
  • Jens-Uwe Stolzenberg - Klinik und Poliklinik für Urologie, Universität Leipzig, Leipzig
  • Roland Stabenow - Gemeinsames Krebsregister Berlin (GKR), Berlin
  • Klinische Krebsregister Sachsen, Chemnitz, Dresden, Görlitz, Leipzig, Zwickau

Mainz//2011. 56. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds), 6. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi). Mainz, 26.-29.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11gmds223

DOI: 10.3205/11gmds223, URN: urn:nbn:de:0183-11gmds2231

Veröffentlicht: 20. September 2011

© 2011 Klug et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Das Peniskarzinom ist eine seltene Erkrankung und entsprechend sind nur wenige epidemiologische Daten vorhanden. Unsere Auswertung ermittelte die gemeldeten Fälle und das Überleben von Patienten mit Peniskarzinom in Sachsen in den Jahren 2000 bis 2008.

Material und Methoden: Die Daten aller an die fünf Klinischen Krebsregister in Sachsen gemeldeten invasiven Fälle des Peniskarzinoms (C60) wurden zusammengeführt und ausgewertet. Die fünf Klinischen Krebsregister Sachsen decken die gesamte Bevölkerung des Freistaates Sachsen ab. Die gemeldete Erkrankungsrate und das Überleben wurden ermittelt. Das Fünfjahres-Überleben der primären invasiven Fälle wurde mittels der Kaplan-Meier Methode geschätzt. Das Überleben wurde auch gemäß der TNM Classification of Malignant Tumours (TNM) und der Klassifikation der Union of International Cancer Control (UICC) bestimmt. Die Inzidenz des Peniskarzinoms in Sachsen wurde anhand der Daten des gemeinsamen epidemiologischen Krebsregisters für Ostdeutschland (GKR) geschätzt.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 286 Fälle mit invasivem Peniskarzinom in Sachsen im Zeitraum 2000 bis 2008 an die klinischen Register gemeldet. Die meisten Peniskarzinomfälle finden sich in der Altersgruppe 60-79 Jahre (Median: 68 Jahre). Über 50% aller Peniskarzinome waren an der Glans penis (C60.1) lokalisiert. Das relative Fünfjahres-Überleben betrug 71,9% (95% Konfidenzintervall 65,1%-78,7%).

Überleben nach TNM und UICC Stadien wird präsentiert. Die gemeldete Erkrankungsrate der Klinischen Krebsregister Sachsen wird mit der ermittelten Inzidenzrate des GKR verglichen.

Schlussfolgerungen: Die Anzahl der Fälle des Peniskarzinoms pro Jahr ist gering. Dennoch umfassen die erhobenen Daten eine Zeitspanne von neun Jahren und bilden den gesamten Freistaat Sachsen ab. Die Neuerkrankungsraten in Sachsen sind mit denen der nordischen Ländern vergleichbar.