gms | German Medical Science

MAINZ//2011: 56. GMDS-Jahrestagung und 6. DGEpi-Jahrestagung

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V.
Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie e. V.

26. - 29.09.2011 in Mainz

Entwicklung eines gewichteten Multimorbiditätsindex auf der Grundlage von fünf bevölkerungsbezogenen Studien

Meeting Abstract

  • Claudia Diederichs - Universitätsklinikum Münster, Münster
  • Dorothee B. Bartels - Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
  • Ute Ellert - Robert Koch-Institut, Berlin
  • Wolfgang Hoffmann - Institute for Community Medicine, Ernst-Moritz Universität Greifswald, Greifswald
  • Klaus Berger - Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin, Münster

Mainz//2011. 56. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds), 6. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi). Mainz, 26.-29.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11gmds119

DOI: 10.3205/11gmds119, URN: urn:nbn:de:0183-11gmds1198

Veröffentlicht: 20. September 2011

© 2011 Diederichs et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Hintergrund: In Multimorbiditätsindizes werden die einzelnen Erkrankungen häufig nach ihrem Schweregrad oder nach ihrem Einfluss auf verschiedene Zielgrößen, wie Mortalität, körperliche Funktionsfähigkeit oder Krankenhausaufenthaltsdauer, gewichtet. Die Gewichtungsfaktoren werden auf der Grundlage einer einzigen und zumeist sehr spezifischen Studienpopulation, wie Krankenhauspatienten, entwickelt. Um die eingeschränkte Validität und Übertragbarkeit dieser gewichteten Indizes zu verbessern, wurden im Rahmen der vorliegenden Untersuchung mittlere Gewichtungsfaktoren auf Grundlage von fünf bevölkerungsbezogenen Studien entwickelt. Als Zielgröße wurde der selbstberichtete Gesundheitszustand gewählt.

Material und Methoden: Die Daten stammen aus dem Bundesgesundheitssurvey 1998 (n=1,010), Dortmunder Gesundheitsstudie (n=281), MEMO-Studie (n=385), SHARE-Studie (n=1,278) und SHIP-Studie (n=962). Mit Hilfe der logistischen Regressionsanalyse wurde das Odds Ratio (OR), einen mittleren bis schlechten Gesundheitszustand beim Vorliegen von jeweils einer von zehn chronischen Erkrankungen zu berichten im Vergleich zur gesunden Referenzgruppe. Es wurden alle Erkrankungen (Krebs, Diabetes, Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall, COPD, Arthrose, Schilddrüsenerkrankung, Osteoporose und Asthma) analysiert, die in mindestens drei der fünf Studien erfasst wurden. Falls die Ergebnisse zwischen den Studien ausreichend homogen waren (I² < 40 %), wurden die gepoolten OR als Gewichtungsfaktoren für einen Multimorbiditätsindex genutzt.

Ergebnisse: Herzinfarkt zeigte studienübergreifen den höchsten Einfluss auf den selbstberichteten Gesundheitszustand mit einem gepoolten OR von 3,9, gefolgt von COPD mit einem gepoolten OR von 3.1. Mittlere Effekte wurden für Diabetes mellitus, Arthrose, Osteoporose und Asthma mit gepoolten OR zwischen 2,7 und 2,3 berechnet.

Schussfolgerung: Es wurde eine valide Methode vorgestellt, mit der einheitliche Gewichtungsfaktoren für chronische Erkrankungen für Multimorbiditätsindizes entwickelt werden können. Für acht Erkrankungen wurden valide Faktoren berechnet.