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54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (GMDS)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie

07. bis 10.09.2009, Essen

SwissDRG Simulation – kann ein grenzüberschreitender Ansatz funktionieren?

Meeting Abstract

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  • Marcus Werners - Inselspital Bern, Bern

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. 54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds). Essen, 07.-10.09.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmds288

DOI: 10.3205/09gmds288, URN: urn:nbn:de:0183-09gmds2881

Veröffentlicht: 2. September 2009

© 2009 Werners.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Schweiz führt im Jahr 2012 ein auf dem G-DRG System basierendes Fallpauschalensystem (SwissDRG) ein. Für Spitäler ist es daher schon heute von grosser Bedeutung ihr Leistungsangebot nach den künftigen Fallgruppen zu analysieren. Da kein Grouper zur Verarbeitung von Fallkollektiven nach SwissDRG zur Verfügung steht, soll untersucht werden, ob durch EDV-gestützte Umwandlung von Schweizer Routinedaten eine aussagekräftige Simulation der SwissDRG durch Gruppierung nach den G-DRG möglich ist.

Material und Methoden: Im Departement Herz und Gefässe (DHGE) am Inselspital Bern wurden aus der klinischen Dokumentation 8529 Behandlungsfälle des Jahres 2008 identifiziert. Diagnose- und Prozedurangaben aus dem Standard Datensatz für das Statistische Bundesamt wurden mit administrativen Angaben aus dem Krankenhausinformationssystem verknüpft. Mittels Mapping auf die deutschen Klassifikationen (ICD10GM-2008,OPS-2008) und durch logische Umformungen konnte ein Datensatz zur Verwendung im G-DRG Grouper erzeugt werden.

Ergebnisse: Im Ergebnis konnten 8441 Schweizer Fälle (98,97%) in 449 verschiedene G-DRG 2008 eingruppiert werden, davon 6493 Fälle in die MDC 05 der Herz- und Kreislauferkrankungen. Die Verteilung innerhalb der MDC 05 wurden mit einem deutschen Partnerkrankenhaus abgeglichen. Bei den Verweildauern zeigte sich, dass in Bern ähnliche Durchschnittswerte vorliegen wie in Deutschland. Die durchschnittliche Fallschwere (CMI) der MDC 05 lag in Bern um 30,4% niedriger.

Diskussion / Schlussfolgerungen: Die Qualität und damit die Aussagekraft dieser G-DRG Simulation wird durch die Abbildungsgenauigkeit des Mappings bestimmt. Die Prozedurenklassifikation in der Schweiz ist (noch) weniger ausdifferenziert als in Deutschland. Der Vergleich der Gruppierungsergebnisse mit deutschen Daten zeigt, dass die G-DRG differenziert erreicht werden, die Fallschwere aber noch unter deutschen Werten liegt.

Mittels des hier beschriebenen Verfahrens lassen sich die Auswirkungen der SwissDRG Einführung für grosse Fallkollektive anhand von Routinedaten schon heute analysieren. Die Simulation lässt sich durch die Einbeziehung weiterer klinischer Daten und die Anwendung komplexerer Zuordnungsregeln im Mapping sicher noch verbessern.