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54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (GMDS)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie

07. bis 10.09.2009, Essen

Single Source Informationssysteme - Nutzung von Routinedaten für die klinische Forschung

Meeting Abstract

  • Martin Dugas - Universität Münster, Münster
  • Bernhard Breil - Universität Münster, Münster
  • Volker Thiemann - Universität Münster, Münster
  • Jens Lechtenbörger - Universität Münster, Münster
  • Gottfried Vossen - Universität Münster, Münster

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. 54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds). Essen, 07.-10.09.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmds287

DOI: 10.3205/09gmds287, URN: urn:nbn:de:0183-09gmds2874

Veröffentlicht: 2. September 2009

© 2009 Dugas et al.
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Gliederung

Text

Einleitung / Hintergrund: Aktuell erfolgt die Datenhaltung bei Krankenhausinformationssystemen (KIS) getrennt von Datenbanken in der klinischen Forschung („dual source“). In der Datenerhebung und -pflege kommt es zu einem erheblichen Mehraufwand, da die teilweise vorhanden Daten aus dem KIS nicht genutzt werden. Momentan entfallen bereits 25% der täglichen Arbeitszeit von Ärzten auf medizinische Dokumentation [1], die sich durch klinische Forschung noch einmal erhöht. Darüber hinaus ist bei getrennter Datenhaltung eine Unterstützung der Dokumentationsprozesse für die klinische Forschung erschwert. Die Konzeption von integrierten Informationssystemen („single source“) bietet hier Optimierungsmöglichkeiten [2].

Material und Methoden: Für die Konzeption eines „Single Source“ Systems müssen organisatorische, technische und rechtliche Bedingungen in Betracht gezogen werden. Besonders zu berücksichtigen sind Unterschiede zwischen mono- und multizentrischen Studien. Basierend darauf haben wir einen Prototyp entwickelt, der über einfache Monitoring-Funktionalität verfügt und über Exportmechanismen Daten für klinische Forschung bereitstellt.

Ergebnisse: Wir stellen die Architektur eines integrierten Informationssystems nach dem Single Source Ansatz vor und präsentieren erste Ergebnisse einer prototypischen Implementierung einer monozentrischen Beobachtungsstudie in der Urologie. Erste Auswertungen zeigen, dass die für Routine-Dokumentation erhobenen Daten für klinische Forschung genutzt werden können [3]. In einen weiteren Prototyp wurde die Patientenrekrutierung basierend auf KIS Daten getestet [4]. Beide Vorgehensweisen wurden vom Datenschutzbeauftragten geprüft und genehmigt.

Diskussion / Schlussfolgerungen: „Single Source“ Informationssysteme haben das Potential medizinische Dokumentation effizienter zu gestalten, da Routinedaten auch für Forschungszwecke genutzt werden können. Einheitliche Terminologiestandards, Datenqualität und Validierung sind wichtige Aufgabengebiete für die Entwicklung von „Single Source“ Systemen.


Literatur

1.
Ammenwerth E, Spötl HP. The Time Needed for Clinical Documentation versus Direct Patient Care - A Work-sampling Analysis of Physicians’ Activities. Methods of Information in Medicine 2009;48:84-91.
2.
Kush R, Alschuler L, Ruggeri R, Cassells S, Gupta N, Bain L, Claise K, Shah M, Nahm M. Implementing Single Source: the STARBRITE proof-of-concept study. J Am Med Inform Assoc. 2007;14(5):662-73.
3.
Breil B, Semjonow A, Dugas M. HIS-based electronic documentation can significantly reduce the time from biopsy to final report for prostate tumours and supports quality management as well as clinical research. BMC Medical Informatics and Decision Making. 2009;9:5
4.
Dugas M, Lange M, Berdel WE, Müller-Tidow C. Workflow to improve patient recruitment for clinical trials within hospital information systems - a case-study. Trials. 2008;9:2.