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54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (GMDS)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie

07. bis 10.09.2009, Essen

Entwicklung und Umsetzung eines Konzepts für die Erfassung und Analyse von Alltagsaktivitäten bei Kindern zur Adipositasprävention in Grundschulen

Meeting Abstract

  • Nina Reichwaldt - Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik der Technischen Universität Braunschweig und der Medizinischen Hochschule Hannover, Braunschweig, Deutschland
  • Maik Plischke - Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik der Technischen Universität Braunschweig und der Medizinischen Hochschule Hannover, Braunschweig, Deutschland
  • Michael Marschollek - Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik der Technischen Universität Braunschweig und der Medizinischen Hochschule Hannover, Braunschweig, Deutschland
  • Reinhold Haux - Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik der Technischen Universität Braunschweig und der Medizinischen Hochschule Hannover, Braunschweig, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. 54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds). Essen, 07.-10.09.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmds239

DOI: 10.3205/09gmds239, URN: urn:nbn:de:0183-09gmds2395

Veröffentlicht: 2. September 2009

© 2009 Reichwaldt et al.
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Gliederung

Text

Einleitung / Hintergrund: Seit den letzten 25 Jahren ist ein Anstieg der Prävalenz von Übergewicht und Adipositas bereits im Kindes- und Jugendalter zu verzeichnen [1], [2]. Adipositas ruft eine Vielzahl von Folgeerkrankungen hervor, deren Auswirkungen bis ins Erwachsenenalter reichen [3], [4], [5]. Laut [6] und [7] erhöht eine Adipositas im Kindesalter das Risiko auch im Erwachsenenalter adipös zu sein. Da dieses Risiko mit dem Alter steigt [6], gilt es, Interventions- und Präventionsprogramme möglichst früh einzusetzen.

Material und Methoden: Aufbauend auf [8] wurde, eingebettet in das Programm „Gesund essen – täglich bewegen“[9], eine sensorerweiterte Informationssystem-Architektur zur Adipositasprävention entworfen und prototypisch an einer Grundschule in Form einer AG umgesetzt. Ziel war es, ein Konzept zur Motivation von Kindern zu mehr Bewegung zu entwickeln, welches an mehreren Schulen umgesetzt werden kann.

In zwei Interventionsgruppen wurden der Walking Style Pro HJ-720IT-E der Firma Omron (Interventionsgruppe1) und der AiperMotion der Firma Aipermon (Interventionsgruppe2) zur Aufzeichnung der physischen Aktivität der teilnehmenden Grundschulkinder über fünf Wochen eingesetzt. Die aufgezeichneten Daten wurden ausgewertet und an die Teilnehmer zurückgekoppelt.

Einschätzungen der teilnehmenden Kinder, deren Eltern und Lehrer wurden über einen Fragebogen erfasst. Um neben der Aufzeichnung und dem Vergleich von gesundheitsbezogenen Parametern, wie BMI oder Körperfettanteil, eine Möglichkeit zu schaffen, Steigerung von körperlicher Aktivität nachweisen zu können, wurden aus einem umfangreichen Fragebogen zur physischen Aktivität relevante Fragen identifiziert.

Ergebnisse: Die AG fand bei allen Beteiligten großen Zuspruch. Zwar konnte in keiner der Interventionsgruppen im Vergleich zur Kontrollgruppe eine Veränderung der physischen Parameter nachgewiesen werden. Hier wäre eine Verlängerung des Untersuchungszeitraumes notwendig. Der Großteil der Teilnehmer aber gab in einem persönlichen Interview an, zu mehr Bewegung motiviert worden zu sein (69,2% (#9, n=13) Interventionsgruppe1, 93,3% (#14, n=15) Interventionsgruppe2).

Diskussion / Schlussfolgerungen: Ein Einsatz an weiteren Grundschulen ist im allgemeinen zu befürworten. Die Nachhaltigkeit des Ansatzes muss im folgenden in einer größeren prospektiven Studie untersucht werden.


Literatur

1.
Kurth BM, Schaffrath Rosario A. Die Verbreitung von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland – Ergebnisse der bundesweiten Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS). Bundesgesundheitsbl Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz. 2007;50:736–43.
2.
Kronmeyer-Hausschild K, Wabitsch M; Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kinder- und Jugendalter der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin. Aktuelle Sicht der Prävalenz und Epidemiologie von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Available from: http://www.a-g-a.de Externer Link
3.
Reinehr T; Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kinder- und Jugendalter der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin. Folgeerkrankungen der Adipositas im Kinder- und Jugendalter; 2005. Available from: http://www.a-g-a.de Externer Link
4.
Burke V. Obesity in Childhood and Cardiovascular Risk. Clinical and Experimental Pharmacology and Physiology. 2006;33:831–7.
5.
Roth B, Munsch S, Meyer A, Winkler Metzke C, Isler E, Steinhausen HC, Schneider S. Die psychische Befindlichkeit übergewichtiger Kinder. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie. 2008;36(3):163–76.
6.
Guo SS, Wu W, Chumlea WC, Roche AF. Predicting overweight and obesity in adulthood from body mass index values in childhood and adolescence. Am J Clin Nutr. 2002;76:653–8.
7.
Magarey AM, Daniels LA, Boulton TJ, Cockington RA. Predicting obesity in early adulthood from childhood and parental obesity. Int J Obes. 2003;27:505–13.
8.
Plischke M. Zur Analyse alltäglicher körperlicher Aktivität von Jugendlichen mittels Assistierender Gesundheitstechnologien: Promotionsschrift. Norderstedt: Books on Demand GmbH; 2008.
9.
Erhardt C. Adipositasprävention in Grundschulen der Region Hannover: Antragstellung im Rahmen des Wettbewerbs „Besser essen. Mehr bewegen“. 27.01.2006.