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54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (GMDS)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie

07. bis 10.09.2009, Essen

Querschnittbefragung von 8000 BARMER-Versicherten zu Erwartungen und Einsatz einer elektronischen Gesundheitsakte

Meeting Abstract

  • Hanna Kirchner - Forschungsbeauftragte für das BARMER-Forschungsvorhaben elektronisch Gesundheitsakte, Köln
  • Hans-Ulrich Prokosch - Lehrstuhl für Medizinische Informatik der Univerität Erlangen-Nürnberg, Erlangen
  • Joachim Dudeck - Institut für Medizinische Informatik Universität Giessen, Giessen
  • Karl-Heinz Jöckel - Institut für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (IMIBE) Universität Duisburg Essen, Essen
  • Walter Lehmacher - Institut für Statistik, Biometrie und Epidemiologie (IMSIE) der Universität zu Köln, Köln
  • Stefan Gesenhues - Institut für Allgemeinmedizin, Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen, Essen

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. 54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds). Essen, 07.-10.09.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmds213

DOI: 10.3205/09gmds213, URN: urn:nbn:de:0183-09gmds2135

Veröffentlicht: 2. September 2009

© 2009 Kirchner et al.
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Gliederung

Text

Im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung des Forschungsprojektes „BARMER elektronische Gesundheitsakte“ wurde 2008 eine Querschnittbefragung von 7920 Versicherten durchgeführt, um deren Erwartungen an und Kenntnisse über eine elektronische Gesundheitsakte zu erfahren. Gleichzeitig sollte diese Querschnitterhebung Basisdaten für die Nutzerbefragungen der Gesundheitsakte sowie die Auswertung der Nutzungsdaten liefern.

3538 (44%) der Befragten beantworteten den 11-seitigen Fragebogen. Die Beteiligung der Frauen war um 10% höher als die der Männer. Das mittlere Alter lag bei den Frauen bei 50,9 Jahren, bei den Männern bei 53,6 Jahren. 2 von 3 Haushalten verfügen über einen Internetanschluss, auch zunehmendes Alter ist kein Hindernis mehr bzgl. Internetnutzung. Obwohl 71% der Teilnehmer eigene Einträge in die Akte vornehmen wollen, halten es doch fast alle für unbedingt erforderlich (95%), dass auch die behandelnden Ärzte Einträge vornehmen. Deutlich weniger (73%) halten Einträge von wichtigen Gesundheitsdaten durch die Krankenkasse für sinnvoll.

Ältere und chronisch kranke Versicherte sehen in einer Gesundheitsakte bessere Chancen und erwarten die größten Potentiale bei Notfalldaten, verbesserter Krankheitsübersicht und Unterstützung der Kommunikation zwischen Ärzten. Befragte mit Internetzugang schätzen die Wertigkeit einer Gesundheitsakte geringer ein als Befragte ohne Internetzugang.

Zur Ablehnung führen Sorgen um die Datensicherheit, mangelnde Fähigkeit die Akte selber zu pflegen sowie fehlende Unterstützung durch den Hausarzt.

Weiterhin wurden anhand einer Online-Befragung der Nutzer der BARMER elektronischen Gesundheitsakte folgende Fragestellungen untersucht: Wie unterscheiden sich die early adopters vom durchschnittlichen BARMER-Versicherten hinsichtlich demografischer Angaben, Erkrankungszustand, Gesundheitsbewußtsein und Erwartungen an eine eGA? Welche Zielgruppe profitiert von einer elektronischen Gesundheitsakte? Wie und wozu werden Gesundheitsakten tatsächlich verwendet? Hierzu wurden die Nutzungsdaten der Akte und die Nutzung einzelner Funktionen wie z. B. Kalender, Notfalldatensatz, Medikamentenwechselwirkungscheck, Gesundheitsrategeber etc. pseudonymisiert ausgewertet.


Literatur

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