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54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (GMDS)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie

07. bis 10.09.2009, Essen

Konzeption einer einrichtungsübergreifenden, geriatrischen Patientenakte basierend auf Health Level 7 Version 3

Meeting Abstract

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  • Katja Gippert - Fachhochschule Dortmund, Dortmund
  • Pascal Proksch - Fachhochschule Dortmund, Dortmund
  • Britta Böckmann - Fachhochschule Dortmund, Dortmund

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. 54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds). Essen, 07.-10.09.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmds210

DOI: 10.3205/09gmds210, URN: urn:nbn:de:0183-09gmds2104

Veröffentlicht: 2. September 2009

© 2009 Gippert et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Anfang 2009 startete das Gemeinschaftsprojekt „Geriatrie online“ der Fachhochschule Dortmund, der Knappschaft Bahn-See und dem Gesundheitsnetz proSenior. Das dabei an der FH Dortmund entstehende Portal soll durch ein digitales Workflowmanagement die Prozesse bei der integrierten Versorgung älterer Menschen unterstützen und die bislang papiergeführte Organisation von proSenior ablösen. Ein elementarer Bestandteil ist die Implementierung einer geriatrischen Patientenakte (gPA), um alle administrativen und medizinischen Patientendaten elektronisch zu erfassen.

Material und Methoden: Für das Design und die Modellierung der gPA wurden zunächst die Referenzmodelle des Kommunikations- und Datenmodellstandards HL7 V3 als Grundlage evaluiert. Dabei wurden insbesondere die Strukturen des Care Provision Models berücksichtigt, über die jegliche Art von Spezialistenbehandlung strukturiert abgebildet werden können. Dieses fasst mit allen assoziierten Verbindungen den Behandlungsprozess zusammen und stellt einzelne Krankheitsepisoden des Patienten dar [1]. Das Concern Tracking Model ist eine Unterstruktur des Care Provision Models und dient der Umsetzung der problemorientierten Dokumentation, die auf Basis des problemorientierten Krankenblatts nach Weed [2] erfolgen soll.

Ergebnisse: In einer umfangreichen Analyse wurde evaluiert, ob der Kommunikations- und Datenmodellstandard HL7 V3 und insbesondere das Care Provision Model für die Modellierung der gPA geeignet sind. Auf Basis der vorher definierten Anforderungen konnte gezeigt werden, dass die HL7 Strukturen die domänenspezifischen Daten komplett abbilden. In einem nächsten Schritt wurde die gPA in einem konzeptuellen Datenmodell visualisiert, das als Grundlage für die spätere Implementierung dient. Auf Basis des geriatrischen Assessments konnte exemplarisch dargelegt werden, dass sich alle dabei anfallenden Daten auf die Struktur der gPA abbilden lassen.

Diskussion: Die gPA soll zukünftig nicht die dezentralen, institutionellen Patientenakten der behandelnden Einrichtungen ersetzen, sondern vielmehr ein Informationsbindeglied darstellen, über das Informationen zwischen allen Beteiligten ausgetauscht werden können [3]. Der anerkannte Standard HL7 wurde für die Umsetzung gewählt, um eine Interoperabilität zwischen Fremdsystemen zu gewährleisten. In einem nächsten Schritt gilt es das konzeptuelle Modell in ein physisches Datenmodell zu überführen.


Literatur

1.
HL7 Benutzergruppe in Deutschland eV. Standardisierter Datenaustausch Dialyse/Nephrologie mittels HL7 Version 3: Konzept, Spezifikation und Implementierungsleitfaden. (zitiert 06.02.2009). 2008. Available from: http://www.hl7.de/download/documents/pb2-112004/Leitfaden-v172.pdf Externer Link
2.
Health Level Seven, Inc. HL7 V3 Ballot Package – January 2009. (zitiert 19.02.2009). 2009. Available from: http://www.hl7.org/v3ballot/html/welcome/environment/ Externer Link
3.
Jähn K, Nagel E. e-Health. Berlin: Springer; 2004.