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54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (GMDS)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie

07. bis 10.09.2009, Essen

Risikoadjustierung bei der externen vergleichenden Qualitätssicherung pflegerischer Maßnahmen

Meeting Abstract

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  • Marcus Kutschmann - BQS - Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung GmbH, Düsseldorf
  • Daniela Renner - BQS - Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung GmbH, Düsseldorf
  • Burkhard Fischer - BQS - Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung GmbH, Düsseldorf

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. 54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds). Essen, 07.-10.09.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmds131

DOI: 10.3205/09gmds131, URN: urn:nbn:de:0183-09gmds1319

Veröffentlicht: 2. September 2009

© 2009 Kutschmann et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Bei der Qualitätssicherung pflegerischer Maßnahmen wird eine niedrige Rate von Dekubitusneuentstehungen als wichtiges Qualitätsziel betrachtet. Die Rate eines Krankenhauses hängt aber nicht nur von der Qualität der Dekubitusprophylaxe ab, sondern wird auch durch patientenbezogene Risikofaktoren beeinflusst. Daher muss ein schlechteres Ergebnis nicht notwendigerweise eine schlechtere Qualität bedeuten. Um einen fairen Vergleich von Krankenhausergebnissen zu ermöglichen, ist daher die Berücksichtigung unterschiedlicher Risiken im Patientenmix erforderlich. Dies lässt sich durch die Verwendung risikoadjustierter Qualitätsdarstellungen gewährleisten.

Methoden: Von der Fachgruppe Pflege der Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung (BQS) wurde die Entwicklung zweier Modelle zur Risikoadjustierung mit den Zielgrößen "Dekubitusneuentstehung Grad 2 bis 4" bzw. "Dekubitusneuentstehung Grad 1 bis 4" initiiert http://www.bqs-qualitaetsindikatoren.de/2007/ergebnisse/leistungsbereiche/dek/indikatoren. Die Grundgesamtheit bildeten 847.130 Patienten aus 1523 Krankenhäusern des BQS-Bundesdatenpools 2007 http://www.bqs-outcome.de/2007/ergebnisse/leistungsbereiche/pflege_dek/buaw. Nach der Ermittlung potenzieller Risikofaktoren und der Durchführung univariater Analysen wurden mittels multipler logistischer Regression zwei Risikoadjustierungsmodelle aufgestellt. Mit ihnen lassen sich für jeden Patienten die Wahrscheinlichkeiten für Dekubitusneuentstehungen berechnen. Der Mittelwert eines Krankenhauses stellt dann die aus dem Patientenmix resultierende erwartete Rate E an Dekubitusneuentstehungen dar. Durch Multiplikation des Quotienten aus beobachteter Rate O und E mit der Gesamtrate an beobachteten Dekubitusneuentstehungen ergeben sich die risikoadjustierten Qualitätsdarstellungen.

Ergebnisse: Folgende Faktoren wurden in beiden Risikoadjustierungsmodellen berücksichtigt: Keine Mikrobewegungen bei Aufnahme, Diabetes mellitus, Alter >= 85 Jahre, Intensivbehandlungsdauer 1 bis 4 Tage und Intensivbehandlungsdauer >= 5 Tage. Die Odds Ratios für die einzelnen Risikofaktoren lagen in beiden Modellen zwischen 1,44 und 15,49. Goodness-of-Fit-Maße, wie z. B. der Hosmer-Lemeshow-Test [1] mit p-Werten von 0,745 bzw. 0,488, weisen auf eine hohe Modellgüte hin. Die risikoadjustierten Raten liegen zwischen 0,0% und 7,8% bzw. 0,0% und 16,7% für Modell I bzw. II.

Diskussion: Die Vorteile risikoadjustierter Qualitätsdarstellungen sind darin zu sehen, dass ein fairer Vergleich zwischen Krankenhäusern möglich wird. Ein Nachteil besteht darin, dass die risikoadjustierten Raten u. U. etwas schwerer zu interpretieren sind, als die rohen Raten.


Literatur

1.
Hosmer DW, Lemeshow S. Applied logistic regression. 2nd Ed. New York: Wiley; 2000.