gms | German Medical Science

54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (GMDS)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie

07. bis 10.09.2009, Essen

Diagnostische Metaanalyse von CT-Untersuchungen bei akuten Bauchschmerzen

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

  • Helmut Sitter - Philipps-Universität, Marburg
  • Nicola Görler - Philipps-Universität, Marburg
  • Johannes Heverhagen - Philipps-Universität, Marburg

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. 54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds). Essen, 07.-10.09.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmds079

DOI: 10.3205/09gmds079, URN: urn:nbn:de:0183-09gmds0799

Veröffentlicht: 2. September 2009

© 2009 Sitter et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einleitung: Nach wie vor ist die korrekte und frühzeitige Diagnosestellung der akuten Appendizitis schwierig. Studien zeigen, daß bei ca. 20% der Patienten, bei denen eine akute Appendizitis diagnostiziert wird, die Diagnose falsch ist. Ziel dieser Arbeit ist es, die vorhandene Evidenz zur Appendizitisdiagnostik mittels Computertomographie (CT) zusammenzufassen.

Methoden: Es wurde eine umfassende Literaturrecherche mit vordefinierten Schlüsselbegriffen für den Zeitraum 1996 bis 2005 durchgeführt. Die methodische Qualität der eingeschlossenen Studien wurde von zwei Begutachtern unabhängig voneinander beurteilt und die Studien dann einem bestimmten Evidenzgrad zugeordnet. Bei Nichtübereinstimmung der beiden Begutachter wurde ein dritter Experte zur Konsensbildung hinzugezogen. Mit Hilfe einer bivariaten Metaanalyse [1] wurden die Sensitivitäten und die Spezifitäten der Studien gepoolt. Die bivariate Analyse erlaubt es, den zweidimensionalen Charakter der Daten der Studien in Form von Sensitivität und Spezifität zu modellieren,so daß die Korrelation dieser Parameter explizit berücksichtigt wird.

Ergebnis: 86 Publikationen mit einer Gesamtzahl von 12.369 Patienten entsprachen den Ein- und Ausschlusskriterien. Aufgrund erheblicher methodischer Schwächen und einer mangelhaften Berichterstattung der Originalstudien konnten davon nur 20 Studien dem höchsten Evidenzgrad 1b zugeordnet werden. Die bivariate Analyse aller eingeschlossenen Arbeiten ergab mit eine gepoolte Sensitivität von 93,7% (95%-Konfidenzintervall 92,2–95,0%) und eine gepoolte Spezifität von 90,7% (95%-Konfidenzintervall 87,5–93,2%). Eine Subgruppenanalyse der Arbeiten, unterteilt nach Evidenzgrad bzw. Impaktfaktor der Fachzeitschrift, zeigte auch für die Originalarbeiten höchster Qualität sowie Publikationen aus Fachzeitschriften mit hohem Impaktfaktor (>3) eine gute diagnostische Richtigkeit. Der Vergleich von Studien mit fokussierter CT-Technik mit Studien, die eine nicht fokussierte Technik verwendeten, zeigte für die fokussierte Technik eine höhere Spezifität bei gleicher Sensitivität.

Diskussion: Es wurde eine gute diagnostische Richtigkeit für CT gezeigt, nachteilig ist die Strahlenbelastung des Patienten durch die CT-Untersuchung. Andere Metaanalysen zu diesem Thema berücksichtigen die Korrelation zwischen Sensitivität und Spezifität nicht, kommen jedoch zu ähnlichen Ergebnissen.


Literatur

1.
Reitsma JB, et al. Bivariate analysis of sensitivity and specificity produces informative summary measures in diagnostic reviews. J Clin Epidemiol. 2005;58(10):982-90.