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54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (GMDS)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie

07. bis 10.09.2009, Essen

Herzinfarkt bei Frauen – brisant, aber zu wenig beachtet: Ergebnisse einer Bevölkerungsbefragung in Nordrhein-Westfalen

Meeting Abstract

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  • Gerhard Murza - Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit NRW – Zentrum für Öffentliche Gesundheit, Bielefeld
  • Wolfgang Werse - Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit, Bielefeld

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. 54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds). Essen, 07.-10.09.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmds029

DOI: 10.3205/09gmds029, URN: urn:nbn:de:0183-09gmds0294

Veröffentlicht: 2. September 2009

© 2009 Murza et al.
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Gliederung

Text

Die Ursache für beinahe die Hälfte aller Todesfälle in Deutschland sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen, ca. ein Fünftel davon werden durch einen akuten Myokardinfarkt verursacht. Die Sterblichkeit von Frauen bei akutem Herzinfarkt ist erhöht. Frauen haben unspezifischere Symptome als Männer und kommen deshalb zu spät in die Klinik. Frauen erleiden den Infarkt außerdem 10–15 Jahre später als Männer.

Im Rahmen einer repräsentativen telefonischen Bevölkerungsbefragung des LIGA.NRW wurden auch Fragen zu Herzinfarktsymptomen generell, unterschiedlichen Symptomen bei Frauen und Männern sowie zu den geschlechtsdifferenzierten Überlebenschancen gestellt.

Die Befragung ergab, dass die Bevölkerung in Nordrhein-Westfalen über die Herzinfarktsymptomatik generell noch immer nicht ausreichend informiert ist. Besonders junge und sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen sind weiter mit spezifischen Kampagnen zu informieren.

Der Informationsstand zum Thema Herzinfarkt bei Frauen erscheint katastrophal. Hier sind alle Gruppen im Gesundheitswesen aufgefordert, systematisch und nachhaltig aufzuklären. Besonders kommunale Kampagnen im Verbund der lokalen Akteure haben die Chance, über einen Maßnahmenmix die unterschiedlichsten Gruppen und dabei Frauen wie Männer gezielt anzusprechen.