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54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (GMDS)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie

07. bis 10.09.2009, Essen

Bereitschaft zur Teilnahme an der HPV-Impfung in einer bevölkerungsbezogenen Kohortenstudie

Meeting Abstract

  • Stefanie J. Klug - Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI), Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität, Mainz
  • Meike Ressing - Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI), Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität, Mainz
  • Ulrike Bussas - Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI), Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität, Mainz
  • Kathrin Hänselmann - Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI), Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität, Mainz
  • Natalja Dik - Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI), Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität, Mainz
  • Melanie Kaiser - Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI), Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität, Mainz
  • Maria Blettner - Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI), Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität, Mainz

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. 54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds). Essen, 07.-10.09.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmds027

DOI: 10.3205/09gmds027, URN: urn:nbn:de:0183-09gmds0273

Veröffentlicht: 2. September 2009

© 2009 Klug et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Das Humane Papillomavirus (HPV) ist eine notwendige Bedingung für die Entstehung eines Zervixkarzinoms. Seit 2006 ist in Deutschland die Impfung gegen HPV zugelassen, seit 2007 wird sie von der Ständigen Impfkommission für Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren empfohlen.

Material und Methoden: Im Rahmen einer bevölkerungsbezogenen Kohortenstudie zur Teilnahme an der Krebsfrüherkennung (MARZY-Studie) wurden 5000 Frauen im Alter von 30 bis 65 Jahren in Mainz und Mainz-Bingen in den Jahren 2005 bis 2007 angeschrieben. Nichtteilnehmerinnen wurden in den Jahren 2006 und 2007 interviewt.

Ergebnisse: Von 1063 interviewten Nichtteilnehmerinnen wurden 747 Frauen Fragen zur Teilnahme an der Impfung gegen HPV gestellt. Es würden sich 58% der Frauen gegen HPV impfen lassen, wenn die Impfung kostenfrei wäre. Wenn sie die Impfung selber bezahlen müssten, wären 37% dazu bereit. Ihre Tochter würden 61% gegen HPV impfen lassen, 56% ihren Sohn. Die Hauptgründe, warum Frauen sich selbst nicht gegen HPV impfen lassen würden, waren noch unzureichende Erfahrungen mit dem Impfstoff, generelle Skepsis gegenüber Impfungen, feste Partnerschaft und die Angabe, nicht in der passenden Altersgruppe zu sein. Die Angabe, keine Tochter oder keinen Sohn in der entsprechenden Altersgruppe zu haben, war der Hauptgrund, die Frage nach der Bereitschaft zur Impfung der Tochter oder des Sohnes gegen HPV zu verneinen. Jüngeres Alter und höhere Schulbildung hatten einen signifikanten positiven Einfluss auf die Bereitschaft, sich selbst impfen zu lassen. Auf die Bereitschaft, die Tochter impfen zu lassen, hatte die höhere Schulbildung der befragten Frauen einen signifikanten positiven Einfluss.

Diskussion/Schlussfolgerungen: Die Bereitschaft der Frauen, sich oder ihre Kinder gegen HPV impfen zu lassen, war hoch. Dies ist besonders vor dem Hintergrund zu sehen, dass die befragten Frauen Nichtteilnehmerinnen an einer Studie zu diesem Thema waren. Die Interviews fanden allerdings größtenteils vor der kritischen Diskussion der HPV-Impfung in den Medien statt.