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54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e.V. (GMDS)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie

07. bis 10.09.2009, Essen

Zusammenhang zwischen Ernährungsverhalten und Übergewicht bei Kindern in 8 europäischen Ländern

Meeting Abstract

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  • Antje Hebestreit - Universität Bremen / Bremer Institut für Präventionsforschung und Sozialmedizin, Bremen
  • Claudia Börnhorst - Universität Bremen, Bremen
  • Anne Lanfer - Universität Bremen, Bremen

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. 54. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds). Essen, 07.-10.09.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09gmds009

DOI: 10.3205/09gmds009, URN: urn:nbn:de:0183-09gmds0092

Veröffentlicht: 2. September 2009

© 2009 Hebestreit et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Die IDEFICS-Studie untersucht das Lebensumfeld europäischer Kinder nach ernährungs- und lebensstilbedingten Risikofaktoren für Übergewicht. Zwischen September 2007 und Juni 2008 wurden 16.515 Kinder im Alter von 2 bis 9 Jahren aus 8 europäischen Zentren gemeinsam mit ihren Eltern in die Studie aufgenommen.

Methode: Querschnittsanalyse von Faktoren des Ernährungsverhaltens und Gewichtsstatus europäischer Kinder im Kleinkind- und Grundschulalter. Auf der Grundlage der Cole Referenzwerte [1], [2] wurden mittels Körpergewicht und –größe die Prävalenz von Übergewicht, Adipositas und Untergewicht berechnet. 14.264 Eltern vervollständigten einen Ernährungsfragebogen zu den Verzehrsgewohnheiten ihres Kindes. Dieser umfasst etwa 50 Lebensmittel, die derzeit im Zusammenhang mit Adipositas diskutiert werden sowie Fragen über Ernährungsgewohnheiten auf Familien-Ebene. Die Food-Frequency Fragebögen (FFQ) waren standardisiert, jedoch individuell auf die lokalen Ernährungs- und Marktgegebenheiten der teilnehmenden Zentren angepasst. So wurden beispielsweise länderspezifische Produkte, Markennamen und regionale Gerichte eingefügt. Angaben aller Länder wurden zusammengefasst und Zusammenhänge zwischen Gewichtsstatus (unter-, normal-, übergewichtig, adipös) und der Verzehr spezieller Lebensmittel ermittelt.

Ergebnisse: Der Anteil der Kinder, die mindestens einmal täglich frisches Obst essen, variierte signifikant mit dem Gewichtsstatus: 56.3%, 56.1%, 54,4% und 53.1% der unter-, beziehungsweise normal-, übergewichtigen und adipösen Kinder (PTrend=0,04). Der Anteil der Kinder, die täglich einmal gekochtes Gemüse verzehren variierte entsprechend dem Gewichtsstatus: 22,6%, 19,9%, 15,7% und 12,9% (P=0,001); bei rohem Gemüse: 23,9%, 24,7%, 24,2% und 18,7% (P=0,004).

Diskussion: Weitere Lebensmittel/ -gruppen werden im Zusammenhang mit dem Gewichtsstatus überprüft: mit Zucker gesüßte Getränke, Süßigkeiten, Fast Food, versteckte Fette, Fleisch. Ernährungsmuster und geschlechtsspezifische Lebensmittelauswahl werden ebenso beleuchtet wie ein mögliche temporäre Ernährungsumstellung oder das elterliche Vorbild.


Literatur

1.
Cole TJ, Bellizzi MC, Flegal KM, Dietz WH. Establishing a standard definition for child overweight and obesity worldwide: international survey. BMJ. 2000;320:1240-1243.
2.
Cole TJ, Flegal KM, Nicholls D, Jackson AA. Body mass index cut offs to define thinness in children and adolescents: international survey. BMJ. 2007;335:194.