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53. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V. (GMDS)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie

15. bis 18.09.2008, Stuttgart

Implementierung von E-Learning in der Hochschule durch ein mehrstufiges Nutzungskonzept

Meeting Abstract

  • Marianne Behrends - Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik, Hannover, Deutschland
  • Thomas Kupka - Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik, Hannover, Deutschland
  • Jörn Krückeberg - Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik, Hannover, Deutschland
  • Arne W. Kösling - Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik, Hannover, Deutschland
  • Herbert K. Matthies - Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik, Hannover, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. 53. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds). Stuttgart, 15.-19.09.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. DocP-41

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2008/08gmds227.shtml

Veröffentlicht: 10. September 2008

© 2008 Behrends et al.
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Gliederung

Text

Einleitung und Fragestellung

Der Einsatz von E-Learning innerhalb einer Hochschule kann unterschiedliche Formen annehmen. So kann die Verteilung von Lehrmaterialien durch die Nutzung des Internets vereinfacht werden. Komplexe Lerninhalte können mit interaktiven und multimedialen Systemen verständlicher vermittelt werden. Multimediale Fallsammlungen können im Unterricht genutzt werden, und durch virtuelle Lernangebote für das Selbststudium kann die Präsenzlehre entlastet werden. Auf der organisatorischen Ebene können Raum- und Zeitpläne zentral verwaltet werden und dabei aktuell für alle Beteiligten verfügbar sein. Aus mediendidaktischer Sicht ist es darum wichtig, dass der Einsatz von E-Learning an die Bedingungen der konkreten Lernsituation sowie den Bedürfnissen und Fähigkeiten der Lernenden angepasst ist [1]. Hinzu kommt, dass das Interesse an der Arbeit mit neuen Medien und die mediendidaktische Kompetenz bei den Lehrenden nicht homogen ausgebildet sind. Auch die Diversität der didaktischen Präferenzen der Lehrenden muss bei der Implementierung von E-Learning berücksichtigt werden.

Material und Methoden

Zur Unterstützung der Präsenzlehre im Modellstudiengang HannibaL (Hanno-veraner integrierte berufsorientierte adaptive Lehre) wird in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) ein mehrstufiges E-Learning-Konzept verfolgt (Abbildung 1 [Abb. 1]).

Das Stufenmodell berücksichtigt, dass E-Learning-Angebote unterschiedlich komplex sein können. Die Lehrverantwortlichen entscheiden individuell, auf welcher Stufe sie E-Learning-Angebote in ihre Lehre integrieren möchten. Für jede Stufe werden entsprechend der Komplexität der Anforderungen unterschiedliche Lösungen angeboten. Die technische Basis bilden dazu das Lernmanagementsystems ILIAS http://www.ilias.org und das Contentmanagementsystems Schoolbook http://www.medicalschoolbook.de/project/. Dabei dient ILIAS als Portal, über das die Lernenden und Lehrenden einen einheitlichen und zentralen Zugang zu den Lernangeboten erhalten. Mit dem Schoolbook können individuelle E-Learning-Angebote realisiert werden, welche die Besonderheiten einer jeden Lernsituation berücksichtigen. Auf der Grundlage begleitender Evaluationen werden die E-Learning-Angebote kontinuierlich weiterentwickelt und an die Erfordernisse des Curriculums angepasst.

Ergebnisse

Durch die Verbindung von ILIAS und Schoolbook ist es möglich, E-Learning-Angebote auf unterschiedlichen Stufen zu realisieren. Mit ILIAS (Abbildung 2 [Abb. 2]) werden dabei folgende E-Learning-Aspekte abgedeckt:

  • Abbildung der Curriculumsstruktur,
  • webbasierte Kommunikationsformen zwischen Lehrenden und Lernenden (Mail, Foren, Chat, Umfragen),
  • Veröffentlichung administrativer Daten wie Stundenpläne, Gruppeneinteilungen und Klausurergebnisse,
  • Bereitstellung digitaler Lernmaterialien (Vorlesungsfolien und -skripte, Lernmodule, Weblinks, Tests),
  • Nutzungsmöglichkeiten für Studierende zur individuellen Lernorganisation (Kalender, persönlicher Schreibtisch, Lernfortschritt).

Das Schoolbook (Abbildung 3 [Abb. 3]) wird dagegen stärker für individuelle E-Learning-Angebote genutzt. Dazu zählen etwa:

  • interaktive Fallsammlungen für patientenorientiertes Lernen,
  • komplexe Wissensbasen mit verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten,
  • Vernetzung von Fachwissen mit Beschreibungen von Symptomen, Fallbeispielen, Medikamenten und Diagnoseverfahren,
  • Hausaufgabenbearbeitung im Editiermodus zur Förderung der aktiven Mitarbeit der Lernenden,
  • Entwicklung und Integration von multimedialen und interaktiven Werkzeugen.

Diskussion

Didaktische Vielfalt und Freiheit in der Wahl der Methoden sollte auch beim Einsatz von E-Learning möglich sein. Nur so wird die Einführung neuer Technologie von den Lehrenden und Lernenden als Fortschritt und nicht als Restriktion erlebt.


Literatur

1.
Kerres, M. (2001): Multimediale und telemediale Lernumgebungen; Oldenbourg Wissenschaftsverlag Verlag, München