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53. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V. (GMDS)

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie

15. bis 18.09.2008, Stuttgart

Endpunkte in Meta-Analysen und Endpunkte der eingeschlossenen Studien: Auswirkungen bei Nichtübereinstimmung

Meeting Abstract

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  • Christian Lerch - Cochrane Metabolic and Endocrine Disorders Review Group, Düsseldorf, Deutschland
  • Bernd Richter - Cochrane Metabolic and Endocrine Disorders Review Group, Düsseldorf, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. 53. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (gmds). Stuttgart, 15.-19.09.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. DocP-25

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2008/08gmds087.shtml

Veröffentlicht: 10. September 2008

© 2008 Lerch et al.
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Gliederung

Text

Einleitung und Fragestellung

In systematischen Übersichten werden Multiplizitätsprobleme oft nur unzureichend berücksichtigt [1]. Dazu zählen multiple Therapien oder multiple Vergleiche, aber auch multiple Endpunkt und deren Unterscheidung in primäre und nicht-primäre Endpunkte.

In dieser empirischen Untersuchung werden die Auswirkungen der Art des Studienendpunktes (primär vs. nicht-primär) auf die Ergebnisse von Meta-Analysen untersucht.

Material und Methoden

Aus der Cochrane Library, Ausgabe 4, 2007 wurden zufällig 50 systematische Reviews ausgewählt. Einschlusskriterium war, dass in einer Meta-Analyse mindestens fünf Studien mit einem dichotomen Endpunkt eingeschlossen wurden. Die jeweils erste Meta-Analyse der systematischen Übersicht wurde berücksichtigt; falls alle eingeschlossenen Studien einen anderen primären Endpunkt berichteten, wurde die darauf folgende Meta-Analyse berücksichtigt. Die in der Einzelstudie benannten Endpunkte wurden als „primär“ bewertet, wenn der Endpunkt explizit als primär beschrieben war, für die Fallzahlberechnung verwendet wurde oder den einzig berichteten Endpunkt darstellte. Die statistische Methode folgt der von Jüni et al. [2]. Für jeden systematischen Review wurde je ein kombinierter Effektschätzer für Studien mit gleichem primären Endpunkt wie in der Meta-Analyse (GLEICH) und für Studien mit anderem primären oder unbestimmten Endpunkt (nicht-GLEICH) berechnet. Die Methode der Meta-Analyse dafür entsprach dem Verfahren des jeweiligen systematischen Reviews. Ein Verhältnis dieser Effektschätzer kleiner 1 zeigt an, dass nicht-GLEICH-Studien einen günstigeren Behandlungseffekt ergeben. All diese ratios wurden durch eine Meta-Analyse mit zufälligen Effekten kombiniert. Die Berechnungen erfolgten mit RevMan 5 und Excel.

Vorläufige Ergebnisse

Bis jetzt wurden 9 systematische Reviews mit 51 Einzelstudien ausgewertet. Dabei entsprach bei 21 Studien der primäre Endpunkt dem Endpunkt der Meta-Analyse. Die rate ratio lag bei 0,77 (95 %-Konfidenzintervall 0,53 bis 1,11). Die kompletten Ergebnisse werden berichtet werden. Weitere Vergleiche werden Studien mit gleichen Endpunkt vs. Studien ohne definierten Endpunkt sowie Studien mit gleichem Endpunkt vs. Studien mit anderem primären Endpunkt sein.


Literatur

1.
Biester K, Lange S. The multiplicity problem in systematic reviews [abstract]. 13th Cochrane Colloquium, Melbourne 2005. Online http://www.cochrane.org/colloquia/abstracts/melbourne/P-155.htm Externer Link
2.
Jüni P, Holenstein F, Sterne J, Bartelett C, Egger M. Direction and impact of language bias in meta-analysis of controlled trials: empirical study. Int J Epidemiol 2002; 31: 115-23.