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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Evaluation eines ICF-basierten Selbstbeurteilungsfragebogens zur Erfassung des Rehabilitations- und Vorsorgebedarfs bei Kindern und Jugendlichen im Antragsverfahren

Meeting Abstract

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  • Michael Schuler - Universität Würzburg, Institut für Psychotherapie und Medizinische Psychologie, Würzburg
  • Karin Meng - Universität Würzburg, Institut für Psychotherapie und Medizinische Psychologie, Würzburg
  • Claudia Georgi - Universität Würzburg, Institut für Psychotherapie und Medizinische Psychologie, Würzburg
  • Heiner Vogel - Universität Würzburg, Institut für Psychotherapie und Medizinische Psychologie, Würzburg

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds916

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds916.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Schuler et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Hintergrund: Die steigende Anzahl von Häufigkeit, Schweregrad und Komorbidität chronischer Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen führte zu einer erhöhten Inanspruchnahme medizinischer Rehabilitationsleistungen [2] und erfordert eine zielorientierte, effiziente Bedarfsermittlung und Allokation durch den medizinischen Dienst. Das Ziel des Projektes ist die Entwicklung und Praxiserprobung eines ICF-basierten Selbstbeurteilungsfragebogens zur Ergänzung bisheriger Antragsunterlagen.

Methodik: Aus der Literatur extrahierte Kernbereiche zur Einschätzung des Rehabilitations-/Vorsorgebedarfs wurden mittels Facettenanalyse [1] den entsprechenden ICF-Domänen zugeordnet. Die Definitionen der jeweils untersten ICF-Kategorien wurden zur Itemkonstruktion herangezogen (WHO, ICF-CY); prioritär werden Aktivität und Teilhabe sowie Kontextfaktoren erfasst. Es wurde ein generischer Fremdbeurteilungsbogen für Eltern mit 32 Items konstruiert; für Mutter/Vater-Kind-Leistungen sind zusätzlich 14 Items zur elterlichen Belastungssituation enthalten.

Die Evaluation erfolgt zurzeit in einer Querschnittserhebung im Antragsverfahren der Hamburg Münchener Krankenkasse bei Antragstellern von Vorsorge- und Rehabilitationsleistungen für Kinder/Jugendliche sowie Mutter/Vater-Kind-Leistungen (§ 23, 24, 40, 41 SGB V). Zur psychometrischen Evaluation werden Itemanalysen durchgeführt. Kriterien zur Validierung sind Skalen aus validierten Instrumenten (KINDL, SDQ, FKV, FRQ-E).

Ergebnisse: Bei den vorliegenden Antragstellern (N=126) liegt die Responderrate bei 66,7%. Überwiegend wurden Mutter/Vater-Kind-Leistungen beantragt (93.1%). Die Mittelwerte der Items liegen zwischen 0.83 und 2.91 (Skala: 0-4) und zeigen damit eine geringe bis mittlere Beeinträchtigung der Kinder. In fast allen Items werden alle Ausprägungsgrade der Skala besetzt. Die Korrelationskoeffizienten mit den Validierungsitems liegen zwischen 0.15 und 0.73. Mütter sind primär durch körperliche/psychische Erkrankungen (87%) und beruflich-familiärer Doppelbelastung beeinträchtigt (81%).

Diskussion: Bisher zeigen sich geringe bis mäßige körperliche und psychische Beeinträchtigungen sowie Auffälligkeiten in den weiteren Kernbereichen. Die Responderate und die geringen Anzahl fehlender Werte zeigen eine gute Akzeptanz des Fragebogens. Die Items sind varianzerzeugend und frei von Boden- und Deckeneffekten. In fast allen Bereichen zeigen sich gute oder sehr gute Validitätsindizes. Die Bewertung hinsichtlich der Relevanz für die Antragsbearbeitung durch MDK-Mitarbeiter und Sachbearbeiter steht noch aus.


Literatur

1.
Bortz J, Döring N. Forschungsmethoden und Evaluation (3. überarbeitete Aufl.). Heidelberg: Springer, 2005.
2.
Petermann F, Koch U, Hampel P. Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen. Rehabilitation 2006; 45: 1-8.
3.
World Health Organization (WHO). ICF Child and Youth version (ICF-CY). Verfügbar unter: http://www3.who.int/icf/onlinebrowser/icf.cfm [Zugriff: 02.11.2006]. Externer Link