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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Usability Evaluation zweier klinischer Systeme – Erfahrungen mit Cognitive Walkthrough und Think Aloud

Meeting Abstract

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  • Thomas Ramming - FAU Erlangen-Nürnberg, Erlangen
  • Thomas Bürkle - FAU Erlangen-Nürnberg, Erlangen
  • Hans-Ulrich Prokosch - FAU Erlangen-Nürnberg, Erlangen

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds894

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds894.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Ramming et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Zur effektiven Nutzbarkeit klinischer EDV-Anwendungen gibt es in Deutschland nur wenig publizierte Studien. International publizierte Studien erfolgen häufig mit hohem Aufwand in speziellen Usability Laboren, die in Deutschland kaum verfügbar sind.

Ziel: In einer Usability Studie sollten mit vertretbarem Aufwand die positiven und negativen Aspekte zweier am Erlanger Universitätsklinikum eingesetzter EDV-Anwendungen, nämlich der Laboranforderungs- und Radiologieanforderungskomponente systematisch untersucht werden. Die Studie hatte formativen Charakter und dient zur Definition der Entwicklungsanforderungen an ein künftiges klinisches Arbeitsplatzsystem.

Methodik: Für die Studie wurden analog zu [1] die Techniken Cognitive Walkthrough und Think Aloud eingesetzt. Beim Cognitive Walkthrough wird der Arbeitsablauf für einen bestimmten Arbeitsvorgang im jeweiligen EDV-System in kleine elementare Abschnitte, beispielsweise das Drücken eines Schalters oder das Auswählen eines Menüpunktes zerlegt. Dabei wird für jeden elementaren Schritt untersucht, ob dieser für den Nutzer folgerichtig und sinnvoll erscheint, und ob er klare Rückmeldung erhält, daß sein Zwischenschritt erfolgreich und zielführend war. Es gibt mehrere Methoden zur Durchführung eines CW, die sich in Tiefe und Qualität der abzuarbeitenden Fragen für jeden Zwischenschritt unterscheiden [2].

Beim Think Aloud lösen Probanden mehrere Aufgaben mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad mit Hilfe der zu evaluierenden EDV-Anwendung. Dabei werden sie dazu animiert ihre momentanen Gedanken zu verbalisieren. Die Tastatur- und Bildschirmaktivitäten am Computer werden währenddessen mit einer entsprechenden Erfassungssoftware aufgezeichnet und das Gesicht des Nutzers und seine Äußerungen während der Interaktion mit dem EDV-System gefilmt [3].

Ergebnisse: Mit Hilfe des Cognitive Walkthrough mit angenommenen unerfahrenen Nutzern konnte in beiden untersuchten Anwendungen eine Anzahl potentieller Probleme identifiziert werden. Interessanterweise konnten die diese Probleme beim Think Aloud mit erfahrenen Nutzern nicht bestätigt werden, vielmehr traten andere Probleme im Zusammenhang mit Programmperformance, der Art der Fenstertechnik, ineffizienten Arbeitswegen und Flüchtigkeitsfehlern auf.


Literatur

1.
Peute LW, Jaspers MM. Usability evaluation of a laboratory order entry system: cognitive walkthrough and think aloud combined. Stud Health Technol Inform. 2005;116:599-604.
2.
Wharton C, Rieman J, Lewis C, Polson P. The Cognitive Walkthrough Method: A Practitioner's Guide. Usability inspection methods; Pages: 105 - 140; 1994; ISBN:0-471-01877-5.
3.
Boren T, Ramey J. Thinking Aloud: Reconciling Theory and Practice. IEEE Transactions on Professional Communication, 43 (2000) 261-278.