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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Aufwands- und prozessorientierte Vergütung neurologischer Rehabilitationsleistungen. Wie man EVA-Reha-Daten nutzen kann, Vergütung und Rehabilitationsdauer zu steuern

Meeting Abstract

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  • Manfred Nosper - Medizinischer Dienst Rheinland-Pfalz, Alzey

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds887

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds887.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Nosper.
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Gliederung

Text

Einleitung: Für die Vergütung von Rehabilitationsleistungen wurde in Deutschland noch kein mit den DRG`s vergleichbares aufwandsbezogenes Abrechnungssystem eingeführt. Abgerechnet wird über tagesgleiche Pflegesätze oder fixe Fallpauschalen. Nachteil beider Vergütungsmodelle ist, dass Unterschiede im Fallmix und Versorgungsaufwand nicht systematisch berücksichtigt werden. Im Bereich neurologischer Rehabilitationsleistungen orientiert sich die Höhe der Tagessätze am Phasenmodell der BAR mit den Phasen B, C und D. Die Phasenübergänge sind jedoch unscharf definiert, nur unzureichend operationalisiert und das Aufwandsspektrum der Phase C ist breit gestreut [1].

Methode: Nosper entwickelte und erprobt ein dynamisches Klassifikationssystem für die neurologische Rehabilitation in den Phasen C und D. Dieses basiert auf den im schweizer TAR-System [2] gefundenen Zusammenhängen zwischen Funktionsstatus im funktionalen Selbständigkeitsindex (FIM) und dem Therapie- sowie Pflegeaufwand. Unterschiedlich schwer betroffene Rehabilitanden hatten einen vergleichbaren Aufwand an Sachkosten sowie ärztlichen und therapeutischen Leistungen, differierten jedoch erheblich im Pflegeaufwand. Dieser ließ sich zu 65% durch eine Kombination motorischer und kognitiver FIM-Werte vorhersagen. Patienten können zu Beginn der Rehabilitation durch FIM-Einstufung einer von drei Kostenaufwandsgruppen zugeordnet werden. Durch wöchentliche Bestimmung der FIM-Werte kann die Kostengruppe abhängig von der Besserung während der Rehabilitation an den aktuellen Funktionsstatus angepasst werden.

Ergebnisse: Durch den Einsatz der Datenbank EVA-Reha in den neurologischen Rehabilitationseinrichtungen von Rheinland-Pfalz [3] stehen impairmentspezifische Sollwerte zur Verfügung, die zeigen, ob ausreichende Fortschritte im Prozess der Rehabilitation erreicht werden. Verlängerungen können an Sollwertbedingungen verknüpft werden.

Fazit: Die FIM-orientierte Prozesssteuerung erlaubt sowohl ein dynamisches und aufwandsorientiertes Kostenmanagement als auch eine prognoseorientierte Verlängerungssteuerung.


Literatur

1.
Nosper M. Läßt sich die Zugehörigkeit zur neurologischen Rehabilitation in den Phasen B, C und D durch FIM™-Werte bestimmen? Rehabilitation 2002; 41: 31-39.
2.
Fischer W et al. Das TAR-System und andere Patientenklassifikationssyteme für die Rehabilitation. ZIM – Verlag 2006 ISBN 3-905764-02-4
3.
Bassler M, Nosper M. et al. Datenquellen für eine kontinuierliche Qualitätsverbesserung in der medizinischen Rehabilitation. Das QS-Reha®-Verfahren der gesetzlichen Krankenkassen und das Dokumentationssystem EVA®-Reha des MDK Rheinland-Pfalz. Rehabilitation 2007; zur Veröffentlichung angenommen