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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Vorteile der Krankenhausbegutachtung vor Ort im Krankenhaus

Meeting Abstract

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  • Martina Modrack - MDK Rheinland Pfalz, SEG 4, Alzey-Worms

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds874

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds874.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Modrack.
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Gliederung

Text

Mit Einführung der Krankenhausabrechnung nach DRG im Jahr 2003 entschied der Medizinische Dienst der Krankenversicherung Rheinland-Pfalz (MDK RLP), die Begutachtung der DRG-Krankenhausfälle nicht als Aktenlagen-Begutachtungen, sondern direkt vor Ort im Krankenhaus vorzunehmen. Unnötige bürokratische Aufwände sollten sowohl für den MDK als auch für die betroffenen Krankenhäuser vermieden werden.

Erleichtert wurde diese Umstellung entscheidend durch den Landesvertrag nach § 112 SGB V, der die Begutachtung noch laufender Krankenhausfälle vor Ort im Krankenhaus vorsieht. Deshalb kam bereits vor der DRG-Einführung in Rheinland-Pfalz ein spezielles Gutachter-Team für Krankenhaus-Begutachtungen vor Ort zum Einsatz. Die dabei gewonnenen positiven Erfahrungen trugen mit zur Entscheidung bei, für die Begutachtung der DRG-Fälle keinerlei Unterlagen anzufordern, sondern die Begutachtung im Krankenhaus anhand der kompletten Krankenakte vorzunehmen.

Während der Vorbereitungsphase wurden im Jahr 2003 im Rahmen eines Modellprojektes jeden Monat 100 internistische und 100 chirurgische DRG-Fälle im Krankenhaus geprüft und mit den Krankenhausärzten besprochen. Parallel erfolgte durch die EDV in enger Kooperation mit dem Bereich Krankenhaus die Entwicklung eines Moduls zur DRG-Begutachung im Auftrags- und Bearbeitungs-Managementsystems MEDIKOS des MDK RLP, das eine mobile Begutachtung erlaubte. Zwischenzeitlich erfolgt die komplette Bearbeitung der DRG-Fälle zum größten Teil papierlos. Ermöglicht wird dies durch die Auftragsübermittlung per Datenaustausch und durch das auch off-line verfügbare elektronische Archiv.

Rückblickend wird die Umstellung der Begutachtungs-Praxis von allen Beteiligten als richtige Einscheidung gewertet, da es dadurch zu einem deutlichen Bürokratieabbau kam und die Bearbeitungszeiten verkürzt werden konnten. Hinzu kommt eine wesentlich verbesserte Beurteilungsgrundlage für den Gutachter ergänzt durch die fachliche Erörterung mit dem Krankenhausarzt. Somit entfällt auch die Notwendigkeit der erneuten Bearbeitung beim Nachreichen von Unterlagen, da in der Regel sämtliche Unterlagen bei der Erstbegutachtung bereits vorliegen.

Auch im Bereich Psychiatrie erfolgt die Krankenhausbegutachtung in der Regel vor Ort im Krankenhaus im noch laufenden Behandlungsfall, da nur so eine fachlich fundierte Aussage, gegebenenfalls mit Untersuchung des Patienten, möglich ist.