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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Fangen Alkopopkonsumenten früher mit dem Alkoholkonsum an, haben Sie ein riskanteres Trinkverhalten und weisen sie mehr alkoholbezogene Probleme auf?

Meeting Abstract

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  • Ludwig Kraus - IFT Institut für Therapieforschung, München
  • Cornelia Metzner - IFT Institut für Therapieforschung, München

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds853

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds853.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Kraus et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Präventive Maßnahmen zum Alkopopkonsum (z.B. Steuererhöhung) wurden vor dem Hintergrund eingeführt, dass Alkopops einen wesentlichen Einfluss auf den Einstieg in den Alkoholkonsum, das Trinkverhalten und alkoholbezogene Probleme wie Schulschwänzen, Aggression oder Probleme mit den Eltern haben. Ziel der vorliegenden Analyse ist eine Prüfung dieses Zusammenhangs.

Material und Methodik: Im Zuge der Europäischen Schülestudie zu Alkohol und anderen Drogen (ESPAD) wurden N=10379 15-17-jährige Schüler/innen in sechs Bundesländern im Querschnitt mit anonymen Fragebögen im Klassenverband befragt. Reine Alkopopkonsumenten, Mix-Alkopopkonsumenten (Anteil von Alkopop am Gesamtalkoholkonsum überwiegt), Mixtrinker (Anteil von anderen Getränken am Gesamtalkohol überwiegt) sowie Nicht-Alkopopkonsumenten wurden hinsichtlich des Trinkverhaltens (Alter des Erstkonsums und Trinkmuster) sowie negative alkoholbezogene Probleme verglichen, wobei nach der durchschnittlichen Trinkmenge statistisch kontrolliert wurde.

Ergebnisse: Unterschiede zwischen Nicht-Alkopopkonsumenten und Alkopopkonsumenten im Alter des Erstkonsums, den Trinkmustern und negativen Folgen waren abhängig von der Trinkmenge und nicht von der Art des präferierten Getränks. Im Vergleiche der Trinkgruppen zeigten die reinen Alkopopkonsumenten im Vergleich zu den Nicht-Alkopopkonsumenten geringere Risiken. Die Mix-Alkopopkonsumenten und die Mixtrinker zeigten dagegen riskantere Konsum- und Verhaltensweisen als die Nicht-Alkopopkonsumenten.

Schlussfolgerungen: Insgesamt kann ein Zusammenhang zwischen Alkopopkonsum und riskanten Trinkmustern sowie alkoholbezogenen Problemen bei deutschen Jugendlichen nicht festgestellt werden. Die Gruppenvergleiche zeigen jedoch, dass unabhängig von der Trinkmenge die reinen Alkopopkonsumenten geringere Risiken und die beiden Gruppen der Mixtrinker mit geringem und hohem Alkopopanteil an der Gesamtkonsummenge höhere Risiken im Vergleich zu den Nicht-Alkopopkonsumenten aufweisen. „Neue“ Alkoholika scheinen additiv auf riskante Konsummuster und alkoholbezogene Probleme zu wirken. Anstelle einer spezifischen Getränkeprävention wird daher eine generelle Alkoholprävention empfohlen.