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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Einelternfamilien in Brandenburg: gesundheitliche und soziale Lage der Kinder

Meeting Abstract

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  • Andreas Keil - Landesamt für Soziales und Versorgung des Landes Brandenburg - Landesgesundheitsamt, Zossen

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds844

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds844.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Keil.
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Gliederung

Text

Einleitung/Hintergrund: Einelternfamilien haben schlechtere soziale Voraussetzungen als Zweielternfamilien. Das bestätigt sich z. B. in der Analyse des äquivalenzgewichteten Einkommens. Die Auswirkungen unterschiedlicher Familienformen und ihrer sozialen Lagen auf die Gesundheit der Kinder im Land Brandenburg sind Gegenstand dieses Beitrags. Unterschiede zwischen den Befundhäufigkeiten der Kinder alleinerziehender Elternteile im Vergleich zu Kindern aus Zweielternfamilien werden untersucht.

Methode: Grundlage für die Analyse bilden Daten aus den Schuleingangsuntersuchungen (SEU) des Landes Brandenburg. Durch die SEU werden alle Kinder eines Jahrgangs erreicht. Zur Einschulungsuntersuchung gehört eine Sozialanamnese, von der u. a. die Schulbildung und der Erwerbsstatus der Eltern dokumentiert werden. Die Daten bilden damit qualitativ und auch quantitativ (pro Jahrgang etwa 4.000 Einschüler aus Einelternfamilien) eine gute Grundlage für eine sozialepidemiologische Auswertung. Als zusätzliche rahmenbildende Datenquelle wird der Mikrozensus herangezogen.

Ergebnisse: Im Land Brandenburg liegt laut Mikrozensus 2005 der Anteil der Einelternfamilien unter allen Familien mit Kindern bis 18 Jahren bei 22%. Während die Zahl der Familien (auf Dauer angelegte Formen privaten Zusammenlebens mit Kindern) insgesamt sinkt, steigt der Anteil der Einelternfamilien an. Äquivalenzgewichtet haben Einelternfamilien (mit einem Kind) nur 66 % des Haushaltsnettoeinkommens der Zweielternfamilien (mit einem Kind) zur Verfügung. Nach den Daten der SEU haben Einelternfamilien häufiger einen niedrigeren Sozialstatus, begründet in einer häufig niedrigeren Schulbildung und einer geringeren Erwerbsbeteiligung. Die Kinder weisen häufiger medizinisch relevante Befunde auf. Das gilt besonders für Sprach- und Sprechstörungen und intellektuelle Entwicklungsstörungen. Aber auch Erkältungskrankheiten kommen bei Kindern aus Einelternfamilien öfter vor. Zusätzlich wird der Einfluss weiterer Merkmale wie beispielsweise regionale Lage (Stadt-Land-Unterschiede, Berlinnähe) untersucht.

Diskussion und Schlussfolgerungen: Anhand der Ergebnisse kann diskutiert werden, welche Faktoren die Gesundheit von Kindern aus Einelternfamilien beeinflussen und durch welche Maßnahmen die gesundheitliche Situation der Kinder verbessert werden kann. Methodisch ist zu überlegen, ob die für Brandenburg ermittelten Ergebnisse regional spezifisch oder ob sie ggf. auch verallgemeinerbar sind.