gms | German Medical Science

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

EHEC – aus den Ergebnissen der EHEC-Fall-Kontroll-Studien abgeleitete Hygieneempfehlungen

Meeting Abstract

  • Annette Heißenhuber - Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Oberschleißheim
  • Wolfgang Hautmann - Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Oberschleißheim
  • Manfred Wildner - Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Oberschleißheim
  • Christiane Höller - Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Oberschleißheim

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds829

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds829.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Heißenhuber et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Hintergrund: Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC) können durch die Bildung von Shigatoxinen und weiteren Pathogenitätsfaktoren eine schwere hämorrhagische Colitis oder in seltenen Fällen, besonders bei kleinen Kindern, das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) hervorrufen. Eine spezifische Therapie oder Impfung steht bisher nicht zur Verfügung. Aus diesem Grund kommt der Prävention der Erkrankung große Bedeutung zu.

Material und Methoden: Aus den Ergebnissen der bayerischen und der bundesweiten EHEC-Fall-Kontroll-Studie wurden Hygieneempfehlungen zur Prävention von sporadischen EHEC-Erkrankungen abgeleitet. Diese Empfehlungen sind abgestimmt auf die verschiedenen Übertragungswege für EHEC. Der Erreger kann über direkten oder indirekten Tierkontakt, über kontaminierte Lebensmittel vom Wiederkäuer, oder von Mensch zu Mensch übertragen werden.

Ergebnisse: In beiden Studien wurden unterschiedliche Risikofaktoren für die verschiedenen Altersgruppen identifiziert. So war in der bayerischen Fall-Kontroll-Studie der häufigste Übertragungsweg in der Altersgruppe der Kinder unter drei Jahren die Mensch-zu-Mensch-Übertragung. In der Altersgruppe der Kinder im Alter zwischen drei und neun Jahren zeichneten sich als Risikofaktoren der Kontakt zu Wiederkäuern und der Verzehr von Wiederkäuerfleisch ab. In der bundesweiten Fall-Kontroll-Studie war bei den Kindern im Alter von 0 bis zwei Jahren der Kontakt zu Wiederkäuern und der Konsum von Rohmilch mit der Erkrankung assoziiert, während für Personen ab 10 Jahren die Erkrankungen über Lebensmittel übertragen war. Aus diesen Ergebnissen wurden eine gemeinsame Präventionsempfehlung des Robert Koch-Instituts, des bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, des Bundesinstituts für Risikobewertung und der Tierärztlichen Hochschule Hannover erarbeitet.

  • Zur Vermeidung von EHEC-Infektionen über Kontakt zu Tieren wurden Hygieneregeln für die Betreiber von Streichelzoos oder Bauernhöfen mit Publikumsverkehr formuliert.
  • Bei der Übertragung von EHEC durch Lebensmittel sind im Besonderen Rohmilch und rohes bzw. nicht durcherhitztes Fleisch von Rind, Schaf und Ziege bedeutend. Um eine EHEC-Infektion zu vermeiden, wird eine ausreichende Erhitzung des Lebensmittels empfohlen. Zur Reduktion der Gefahr einer Kreuzkontamination in der Küche ist darauf zu achten, dass die grundlegenden Hygieneregeln beim Umgang mit Lebensmitteln eingehalten werden.

Literatur

1.
Höller C, Bräunig J, Merle R, Werber D, Ammon A. Risikofaktoren für sporadische STEC-Erkrankungen: Empfehlungen für die Prävention. Epid Bull. 2005;1:1-3.