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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Die Gesundheit von Jugendlichen in Einelternfamilien – Ergebnisse des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS)

Meeting Abstract

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  • Christine Hagen - Robert Koch-Institut, Berlin
  • Thomas Lampert - Robert Koch-Institut, Berlin

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds822

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds822.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Hagen et al.
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Gliederung

Text

Einleitung/Hintergrund: In den letzten Jahrzehnten hat mit dem Wandel der Familien- und Lebensformen die Zahl der Einelternfamilien in Deutschland zugenommen. Diese Lebensform geht nicht nur für die alleinerziehenden Eltern, sondern auch für die betroffenen Kinder mit einer erhöhten sozialen und gesundheitlichen Belastung einher. Mit dem Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) gibt es nunmehr eine für Deutschland repräsentative Datengrundlage, die es erlaubt, die gesundheitliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen im Kontext ihrer familiären Lebenssituation zu untersuchen.

Material/Methoden: An der KiGGS-Studie des Robert Koch-Instituts haben in den Jahren 2003 bis 2006 insgesamt 17.641 Mädchen und Jungen im Alter bis 17 Jahren sowie deren Eltern teilgenommen. Die Untersuchung umfasste Aspekte der körperlichen und seelischen Gesundheit, des Gesundheitsverhaltens, der gesundheitlichen Versorgung sowie der Lebensbedingungen. Vor dem Hintergrund unterschiedlicher altersspezifischer Entwicklungsaufgaben und Vulnerabilitäten von Kindern und Jugendlichen wird in den vorzustellenden Ergebnissen der Schwerpunkt auf die psychosoziale Gesundheit und das Gesundheitsverhalten von 11- bis 17-jährigen Jugendlichen in Ein- und Zweielternfamilien (n=7.698) gelegt.

Ergebnisse: Jugendliche in Einelternfamilien sind häufiger von chronischen Krankheiten und Unfallverletzungen betroffen als die Gleichaltrigen, die mit beiden Eltern aufwachsen. Außerdem lassen sich bei ihnen vermehrt psychische und Verhaltensauffälligkeiten feststellen, z.B. emotionale Probleme, Hyperaktivität und Konflikte in der Gleichaltrigengruppe. Diese Unterschiede sind bei Mädchen stärker ausgeprägt als bei Jungen. Darüber hinaus zeigen Mädchen wie Jungen aus Einelternfamilien ein gesundheitsriskanteres Verhalten. Dies kann beispielsweise für das Rauchen, die Affinität gegenüber illegalen Drogen und geringere körperliche Aktivität belegt werden. Auch die Passivrauchbelastung ist bei Jugendlichen aus Einelternfamilie erhöht. Die aufgezeigten Unterschiede bestätigen sich in der multivariaten Betrachtung bei statistischer Kontrolle für den sozialen Status.

Diskussion/Schlussfolgerungen: Die KiGGS-Ergebnisse weisen Jugendliche aus Einelternfamilien als wichtige Zielgruppe für die Prävention und Gesundheitsförderung aus. Interventionen sollten dabei nicht nur an den sozioökonomischen Rahmenbedingungen ansetzen, sondern auch und insbesondere an den mit der Lebenslage von Einelternfamilien verbundenen psychosozialen Belastungen und Risiken.