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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Qualitätsindikatoren: Evidenzbasis und ihre Bewertung durch QUALIFY

Meeting Abstract

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  • Max Geraedts - Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf
  • Wilfried Jäckel - Universitätsklinikum Freiburg
  • Anne Reiter - Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung Düsseldorf

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds814

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds814.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Geraedts et al.
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Gliederung

Text

Da sich das Konstrukt „Qualität der medizinischen Versorgung“ einer direkten Messung entzieht, werden Qualitätsindikatoren formuliert, die in Form messbarer Parameter die Bewertung der Qualität einzelner medizinischer Versorgungsaspekte operationalisieren. Auf deren methodische Güte muss größter Wert gelegt werden, da Forderungen nach einer leistungsorientierten Vergütung im Gesundheitswesen den Ausprägungen der Qualitätsindikatoren eine steigende wirtschaftliche Relevanz beimessen.

Als wesentliches methodisches Gütekriterium gilt dabei die Evidenzbasierung der Qualitätsindikatoren. Je nach Indikator sollte geprüft werden, inwieweit sicher ist, dass die mit dem Indikator propagierten Strukturen oder Prozesse wirklich zu besseren Ergebnissen bei den Patienten führen, oder aber dass die gemessenen Ergebnisse wirklich von den Leistungserbringern zu beeinflussen sind.

Da bisher kein Instrument vorlag, das eine systematische Prüfung der Evidenzbasierung von Qualitätsindikatoren erlaubte, hat eine Arbeitsgruppe bei der BQS das Instrument QUALIFY (Quality Indicator Fidelity) entwickelt.

Die Prüfung der Evidenzbasierung von Qualitätsindikatoren beruht hierbei auf einem zweistufigen Verfahren. Im ersten Schritt wird auf der Basis einer Leitlinien- und Literaturrecherche überprüft, welche Evidenzstärke (LoE, nach ÄZQ-Schema 2001) den Studien zugrunde lag, auf deren Basis die Indikatoren entwickelt wurden. Lagen für Indikatoren Studien der LoE I oder II vor, wird eine sehr hohe oder hohe „Indikatorevidenz“ vergeben. Lagen nur Studien der LoE III oder IV oder aber keine Studien vor, wird ein Konsensverfahren eingeschaltet. Hierbei bewerten Experten die Indikatorevidenz, wodurch Konsensstärken von K1-K4 resultieren. Trotz LoE III oder IV kann bei K1 eine hohe Indikatorevidenz resultieren, womit dem Faktor Rechnung getragen wird, dass für manche Indikatoren allein aus ethischen Gründen keine randomisierten Studien durchführbar sind („Anteil tödlich verlaufender Fallschirmsprünge ohne geprüften Fallschirm“). Mit K2-K4 bewertete Indikatoren können je nach LoE nur eine mittlere oder niedrige Indikatorevidenz erreichen.

Die Prüfung der Evidenzbasierung mit Hilfe von QUALIFY hat sich in den Fachgruppen der BQS inzwischen bewährt. Damit liegt erstmals ein Instrument zur systematischen Überprüfung dieses wichtigen Gütekriteriums für Qualitätsindikatoren vor.