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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Job Satisfaction und professionelles Selbstverständnis von Ärztinnen und Ärzten – ein Review zum Themenfeld Physician Factor

Meeting Abstract

  • Agata Daroszewska - Institut für Gesundheits- und Sozialforschung GmbH (IGES), Berlin
  • Holger Gothe - Institut für Gesundheits- und Sozialforschung GmbH (IGES), Berlin
  • Anne Dorothee Köster - Institut für Gesundheits- und Sozialforschung GmbH (IGES), Berlin
  • Philipp Storz - Institut für Gesundheits- und Sozialforschung GmbH (IGES), Berlin
  • Bertram Häussler - Institut für Gesundheits- und Sozialforschung GmbH (IGES), Berlin

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds797

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds797.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Daroszewska et al.
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Gliederung

Text

Einleitung / Hintergrund: Das Gesundheitswesen befindet sich in einem fortdauernden Transformationsprozess, dem auch die ärztliche Berufsausübung unterworfen ist. Übergeordnetes Ziel dieses Prozesses ist es, für die Patienten die unter Qualitäts- und Kostengesichtspunkten bestmögliche Versorgung zu gewährleisten. Arztbezogene Faktoren haben möglicherweise erheblichen Einfluss auf die medizinische Versorgung. Diesem so genannten Physician Factor wurde allerdings in der bisherigen Forschung, vor allem in Deutschland, nur geringe Aufmerksamkeit gewidmet. Es stellt sich die Frage, welche Einflussfaktoren auf die Arbeits- und Berufszufriedenheit (Job Satisfaction) und das professionelle Selbstverständnis von Ärztinnen und Ärzten auf internationaler Ebene bislang untersucht worden sind und welche Auswirkungen auf die Patientenversorgung sich feststellen lassen.

Material und Methoden: Es wurde ein international ausgerichteter Literaturreview durchgeführt. Für den Zeitraum von 1990 bis 2006 wurden in Literaturdatenbanken wie MEDLINE mittels geeigneter Suchbegriffe relevante Publikationen recherchiert und ausgewertet.

Ergebnisse: In dem Review wurden insgesamt 77 Publikationen, überwiegend aus dem angloamerikanischen Gesundheitssystem, eingeschlossen. Sie befassen sich zumeist mit den Auswirkungen von Organisationsformen und Betriebstypen ärztlicher Tätigkeit (z. B. in Managed-Care-Organisationen) sowie ökonomischen Anreizen im Rahmen der ärztlichen Vergütung. Etwa ein Drittel der Arbeiten beschäftigt sich mit soziodemographischen und psychosozialen Aspekten. Neben diesen Faktoren finden auch wahrgenommene Autonomie vs. Erfahrung von externer Kontrolle häufig Beachtung in den Literaturquellen. Effekte der Job Satisfaction auf die medizinische Versorgung werden in 44 % der berücksichtigten Studien untersucht, allerdings ergibt die wissenschaftliche Befundlage hierzu kein einheitliches Bild.

Diskussion / Schlussfolgerungen: Bisher wurde dem Aspekt des Physician Factor, insbesondere der Job Satisfaction, wenig Beachtung geschenkt. Man nahm an, dass regulatorische Maßnahmen und ökonomische Anreize allein - quasi nebenwirkungsfrei - Veränderungen in der Patientenversorgung hervorrufen. Die Person des Arztes wurde ebenso wenig berücksichtigt wie organisatorische und strukturelle Rahmenbedingungen der Berufsausübung. Im vorliegenden Review konnte gezeigt werden, dass die identifizierten arztbezogenen Faktoren, durch ihre Wirkung auf die Arbeitszufriedenheit sehr wohl Einfluss auf die medizinische Versorgungssituation nehmen.

Danksagung: Die Literaturstudie wurde gefördert von der Bundesärztekammer im Rahmen der Förderinitiative "Versorgungsforschung".