gms | German Medical Science

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Mobilfunk und Befindlichkeitsstörungen – aktueller Diskussionsstand

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

  • Heide Danker-Hopfe - Charité - CBF, CharitéCentrum für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie, Berlin
  • Hans Dorn - Charité - CBF, CharitéCentrum für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie, Berlin

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds795

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds795.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Danker-Hopfe et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Mit der zunehmenden Verbreitung des Mobilfunks ist es in Teilen der Bevölkerung zu einer verstärkten Sorge um gesundheitliche Beeinträchtigungen durch diese Technologie gekommen. Für Deutschland werden diese Besorgnis sowie eine subjektiv erlebte gesundheitliche Beeinträchtigung durch jährliche Umfragen belegt, die seit dem Jahr 2003 im Rahmen des Deutschen Mobilfunkforschungsprogramms durchgeführt werden. Unter den genannten Beschwerden nehmen Befindlichkeitsstörungen – und hier in erster Linie Schlafstörungen – eine zentrale Rolle ein. Knapp 1% der Befragten geben an, unter Schlafstörungen zu leiden, die sie ursächlich auf den Mobilfunk zurückführen.

Bei der Betrachtung eines möglichen kausalen Zusammenhangs mit elektromagnetischen Feldern des Mobilfunks (EMF) ist zu berücksichtigen, dass Schlafstörungen mit einer Häufigkeit von ca. 10-20% in der Bevölkerung generell weit verbreitet sind. Bisher vorliegende Ergebnisse aus Laborstudien, lassen – wenn überhaupt – allenfalls einen schwachen physiologischen Effekt erkennen, der jedoch nach gegenwärtigem Kenntnisstand nicht im Sinne einer gesundheitlichen Beeinträchtigung gewertet kann. Die meisten der zu Auswirkungen von Mobilfunkbasisstationen vorliegenden epidemiologischen Studien sind aus methodischen Gründen nicht geeignet, einen möglichen Einfluss der von Basisstationen ausgehenden elektromagnetischen Felder adäquat zu untersuchen. Aus der schlafmedizinischen Routine ist hinreichend bekannt, dass Ängste und Sorgen den Schlaf objektiv messbar verschlechtern können. Es ist deshalb nicht verwunderlich wenn Anwohner, die befürchten, dass die Mobilfunktechnologie einen negativen Einfluss auf ihre Gesundheit haben könne, (messbar) schlechter schlafen. Ein kausaler Zusammenhang zwischen den emittierten elektromagnetischen Feldern und dem Schlaf lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Diese Beobachtung ließe sich auch bei Anwohnern einer nicht im Betrieb befindlichen Antennenanlage machen. In einer Studie, in der der Schlaf subjektiv erfasst wurde und EMF gemessen wurde, zeigte sich, dass Alter und Bedenken gegenüber Basisstationen einen signifikanten Einfluss auf die subjektive Schlafqualität hatten, nicht jedoch die elektromagnetischen Felder (Hutter et al 2002).