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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Zahngesundheit von Kindern im Bezirk Berlin Mitte nach sozialer Lage, räumlicher Zuordnung und Herkunft

Meeting Abstract

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  • Jeffrey Butler - Bezirksamt Mitte von Berlin, Berlin
  • Matthias Brockstedt - BA Mitte von Berlin, Berlin
  • Ursula Uhlig - BA Mitte von Berlin, Berlin

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds790

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds790.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Butler et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Im Rahmen der Gesundheitsberichterstattung im Bezirk Mitte von Berlin wurde eine mehrstufige Analyse der Zahngesundheit von Kindern vorgenommen.

Methoden: In einem Vergleich auf Landesebene in Berlin konnte die enge Verbindung der Zahngesundheit mit der sozialen Lage der jeweiligen Bezirke gezeigt werden. Im zweiten Schritt wurden innerhalb des Bezirkes anhand der Daten des Zahnärztlichen Dienstes die Nachbarschaften (und Schulen) mit den größten zahngesundheitlichen Problemen ausgemacht.

Drittens, durch die „Verlinkung“ der Daten der Schuleingangsuntersuchung mit den zahnärztlichen Daten von denselben Kindern konnten Informationen wie die Anzahl der kariösen, fehlenden und gefüllten Zähne (dmf-t-Wert) sowie der Kariesrisikostatus mit Angaben zur Größe, zum Gewicht und Fernsehkonsum der Kinder, zur Bildung, zum Erwerbsstatus und zur Herkunft der Eltern zusammengeführt werden.

Ergebnisse: Im Vergleich der Bezirke wies Mitte sowohl eine niedrige soziale Lage als auch erhebliche Probleme in der Zahngesundheit der Kinder auf. Innerhalb des Bezirkes zeigten sich insbesondere in sozial benachteiligten Gebieten hohe dmf-t-Werte der Kinder. Aus der Analyse der zusammengeführten Daten ging hervor, dass die soziale Lage eine dominante Rolle bei der Zahngesundheit in allen Herkunftsgruppen spielte. Zwischen den deutschen und türkischen Kindern gab es einen relativ geringen Unterschied im durchschnittlichen dmf-t in der unteren sozialen Schicht. Bei den sozial benachteiligten Kindern osteuropäischer Herkunft dagegen lag der Wert wesentlich höher. Außerdem konnten Korrelationen zwischen dem Zahnstatus und dem Gewichtsstatus sowie dem Fernsehkonsum gezeigt werden, wobei sich die klare Korrelation zwischen einem hohen Fernsehkonsum und einem höheren Anteil an behandlungsbedürftigen Zähnen auch in der unteren Schicht bemerkbar machte.

Schlussfolgerungen: Die Auswertung der vorliegenden Daten erlaubt detailliertere Analysen von zahngesundheitlichen Problemlagen, sowohl hinsichtlich ihrer räumlichen Zuordnung als auch im Zusammenhang mit der sozialen Schicht und der nationalen Herkunft der entsprechenden Familien. Diese differenziertere Analyse ermöglicht auch eine zielgerichtete Planung von bezirklichen Maßnahmen der Gesundheitsförderung im zahnärztlichen Bereich, gerade dort wo der Bedarf am größten ist.