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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Arbeit und Gesundheit aus medizinischer und psychologischer Perspektive

Meeting Abstract

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  • Peter Angerer - Ludwig-Maximilians-Universität München, München
  • Jürgen Glaser - Technische Universität München, München

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds766

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds766.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Angerer et al.
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Gliederung

Text

Arbeit im Krankenhaus ist mit besonderen Belastungen und Gefährdungen sowohl für die körperliche als auch für die seelische Gesundheit von Ärzten, Pflegekräften und anderen Berufsgruppen verbunden. Ziel des Übersichtsvortrags ist, die Bedeutung der wesentlichen Gefährdungen für die Gesundheit der Mitarbeiter/-innen und Möglichkeiten der Prävention beispielhaft darzustellen. Dabei wird auf den aktuellen Stand der Literatur Bezug genommen.

Aus arbeitsmedizinischer Sicht kommen zunächst den Gefährdungen durch Infektionen, schwerem Heben und hautbelastenden Tätigkeiten eine besondere Bedeutung zu. Schlafmangel und Störungen chronobiologischer Rhythmen durch Schichtarbeit, Bereitschaftsdienste und überlange Arbeitszeiten erhöhen die Unfallgefahr und Risiken für chronische Erkrankungen.

Aus arbeitspsychologischer Sicht treten zu den oben genannten Gefährdungen insbesondere psychische Belastungen hinzu. Zu nennen sind hier v.a. der Zeitdruck infolge der zunehmenden Arbeitsverdichtung im Krankenhaus, emotionale Belastungen und soziale Stressoren in der täglichen Arbeit mit Patienten und anderen Berufsgruppen. Probleme im Führungsbereich, gering ausgeprägte Tätigkeitsspielräume und mangelnde soziale Unterstützung sind weitere exemplarische Problemfelder der Krankenhausarbeit.

Mit Blick auf die Gesundheit des Krankenhauspersonals resultieren hieraus unterschiedlichste Formen der körperlichen und psychischen Überbeanspruchung und ihren Folgen. Zunächst sind psychische Phänomene der Arbeitsunzufriedenheit und Demotivation, psychosomatische Beschwerden, Burnout und Fluktuationsabsicht zu nennen. Im Vergleich zu anderen Berufsgruppen lassen sich darüber hinaus beim Krankenhauspersonal erhöhte Quoten an Depression und Angststörungen, vermehrte Suchterkrankungen und eine erhöhte Mortalität infolge von Suizid, Unfällen und zerebrovaskulären Erkrankungen verzeichnen.

Neben internationalen Befunden zu Arbeitsbelastungen und Gesundheitsbeeinträchtigungen des Krankenhauspersonals werden in dem Beitrag auch theoretische Modelle skizziert und diskutiert, die Grundlagen für verhältnisbezogene Interventionen bieten und Wege zu einer Verbesserung der Arbeitssituation im Krankenhaus aufzeigen.