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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Exposition zu UV-Strahlung und das Risiko für maligne Lymphome: Ergebnisse der deutschen Fall-Kontroll Studie

Meeting Abstract

  • Thomas Weihkopf - Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI) Johannes-Gutenberg Universität Mainz, Mainz
  • Nikolaus Becker - Deutsches Krebsforschungsinstitut, Abteilung für klinische Epidemiologie, Heidelberg
  • Alexandra Nieters - Deutsches Krebsforschungsinstitut, Abteilung für klinische Epidemiologie, Heidelberg
  • Maria Blettner - Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI) Johannes-Gutenberg Universität Mainz, Mainz
  • Andreas Seidler - Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Berlin

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds445

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds445.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Weihkopf et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Viele Beobachtungen weisen auf eine Verbindung von Lymphomen und Hautkrebs hin. Personen mit Hautkrebs haben ein erhöhtes Risiko, an Lymphomen zu erkranken, und Lymphompatienten haben ein erhöhtes Risiko für melanomatösen und nicht-melanomatösen Hautkrebs. Aus diesem Grunde werden gemeinsame Risikofaktoren gesucht. UV-Strahlung, ein bekannter Risikofaktor für Hautkrebs, könnte ein Kandidat sein. Wir untersuchten den Einfluss von natürlicher und künstlicher UV-Strahlung auf das Lymphomrisiko.

Material und Methoden: Wir analysierten die Daten der vom DKFZ in den Jahren 1999-2003 in sechs deutschen Studienregionen durchgeführten bevölkerungsbezogenen Fall-Kontroll-Studie mit inzidenten Lymphomfällen und Vergleichspersonen zwischen 18-80 Jahren . Die Fälle wurden mit Einwohnermeldeamtskontrollen bezüglich Alter, Geschlecht und Studienregion paargematcht und standardisiert interviewt. Als mögliche Confounder wurden Ausbildung, Rauchen und Alkoholkonsum erfragt. Die Exposition zu natürlicher UV-Strahlung durch Sonnenlicht (sonnige Urlaube und Außen-Freizeitaktivitäten) sowie künstlicher UV-Strahlung durch Sonnenbänke wurde im Fragebogen erfragt. Wir analysierten die Daten kategorisiert mittels konditionaler logistischer Regression für alle Lymphome und zur Erhöhung der Power unkonditional für die Subentitäten. Als Kategoriegrenzen wählten wir die 33%, 66% und 90% Perzentile der Kontrollen mit der niedrigsten Expositionsstufe als Referenz. Wir berechneten die OR mit 95%-Konfidenzintervall.

Ergebnisse: Wir beobachteten ein verringertes Lymphomrisiko durch Urlaub in sonnigen Gebieten (OR 0.8 (95%-Konfidenzintervall 0.6-1.03) in der zweiten, 0.7 (95%-Konfidenzintervall 0.5-0.9) in der dritten und 0.6 (95%-Konfidenzintervall 0.4-0.8) in der obersten Kategorie. Auch häufige Benutzung einer Sonnenbank verursacht eine Verringerung des Risikos (OR 0.8 (95%-Konfidenzintervall 0.6-1.2), 0.9 (95%-Konfidenzintervall 0.6-1.3) und 0.7 (95%-Konfidenzintervall 0.5-1.1) respektive. Dieses findet sich auch in den Lymphomsubentitäten mit Ausnahme der T-NHL und follikulären Lymphome, die positiv mit Außen-Freizeitaktivitäten assoziiert sind.

Schlussfolgerungen: Eine Risikoerhöhung für Lymphome durch natürliche und künstliche UV-Strahlung erscheint unwahrscheinlich. Im Gegenteil zeigen unsere Ergebnisse in Übereinstimmung mit einigen kürzlich publizierten Studien einen potentiell protektiven Effekt an.