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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Integration interaktiver beweglicher Patientenmodelle in Computer gestützte Lehr- und Lernsysteme in der operativen Behandlung

Meeting Abstract

  • Markus Wagner - Institut für Medizinische Informatik - Technische Universität Braunschweig, Braunschweig
  • Oliver J. Bott - Institut für Medizinische Informatik - Technische Universität Braunschweig, Braunschweig
  • Dietrich P. Pretschner - Institut für Medizinische Informatik - Technische Universität Braunschweig, Braunschweig
  • Maik Plischke - u_m_i Informatik GmbH, Braunschweig
  • Klaus Dresing - Klinik für Unfallchirurgie, Plastische und Wiederherstellungschirurgie - Universitätsmedizin Göttingen, Göttingen

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds439

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds439.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Wagner et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Im medizinischen Alltag existieren viele Situationen, in welchen die Bewegung des Patienten für Diagnostik oder Therapie eine entscheidende Rolle spielt, z.B. ist die korrekte präoperative Lagerung wichtig für die Op-Durchführung und die Vermeidung von Nervenschäden. Es stellt sich die Frage, wie das Lernen und Lehren von medizinischen Tätigkeiten durch Trainieren an einem realen und/oder virtuellen beweglichen Patientenmodell unterstützt werden kann.

Material und Methoden: Es wurde eine Programmbibliothek erzeugt, mit dessen Hilfe auf C++ basierende Anwendungen um ein bewegliches und parametrisierbares Menschmodell erweitert werden können. Durch Trennung der Darstellung und der Bewegung des Patientenmodells in der Programmbibliothek ist sie in der Lage, beliebige 3D-Oberflächenmodelle für die Visualisierung zu verwenden. Des Weiteren ist es möglich, an die Körperteile und Gelenke des virtuellen Menschmodells beliebige, auf die jeweilige Trainingssituation bezogene Datenobjekte anzuhängen. Die Gelenkstellungen und Körperproportionen des virtuellen Patienten können entweder mit Hilfe einer graphisch interaktiven Benutzeroberfläche oder über die Interaktion mit einer realen Patientenpuppe, welche mit einem elektromagnetischen Tracking-System gekoppelt ist, manipuliert werden.

Das entwickelte interaktive Patientenmodell wurde in das C-Bogen-Schulungssystem virtX [1] integriert, um die Veränderung des Röntgenbildes bei einer Patientenbewegung mit in das Training einbeziehen zu können. Dieses erweiterte System wurde bei einem dreitägigen Kurs für OP-Personal basierend auf Fragebögen evaluiert.

Ergebnisse: Die Fragen betrafen die Benutzerfreundlichkeit, die Realitätsnähe der Bewegungen und das Aussehen des Menschmodells und konnten mittels Likert-Skala (5="trifft voll zu" bis 1="trifft nicht zu") beantwortet werden. Die Mittelwerte der von den 79 Teilnehmern abgegebenen Antworten lagen bei 4,27±0,15 bei einer Standardabweichung von 0,835±0,085.

Diskussion: Die Befragungsergebnisse zeichnen ein positives Bild der Akzeptanz. Sowohl die Realitätsnähe der Körperbewegungen als auch die Bedienung des Patientenmodells wurden als angemessen für ein erfolgreiches Training angesehen. Somit lässt sich feststellen, dass das interaktive Patientenmodell produktiv die Ausbildung am C-Bogen unterstützen kann. Weitere Einsatzbereiche für die entwickelte Programmbibliothek müssen noch untersucht werden.


Literatur

1.
Bott OJ, Wagner M, Duwenkamp C, Kimmel R, Lörchner A, Ahrens CA, Grobe J-H, Raab B, Stürmer KM, Pretschner DP, Dresing K. virtX – Rechnergestütztes System zum Trainieren der Handhabung von mobilen Bildverstärkersystemen in Ambulanz und Operationssaal. GMS Med Inform Biom Epidemiol 2006; 2(3):Doc16 (20061123)