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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Team-Kino – eine innovative Seminarform als Beitrag zur Erwachsenenpädagogik im Gesundheits- und Sozialwesen

Meeting Abstract

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  • Gregor Viethen - Galileon GmbH, Molfsee
  • Ricardo Zamora - Schloss Akademie, Berlin
  • Axel Ranisch - Filmhochschule Babelsberg, Berlin

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds432

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds432.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Viethen et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Das bewegte Bild als Film oder Video bildet die Grundlage bildlicher Ausdrucksformen des 20. Jahrhunderts. Filme formulieren Botschaften und portieren bzw. kommunizieren diese auf eine besonders eindringliche und gut aufzunehmende Weise. Es liegt nahe, diese Form der Kommunikation im Zusammenhang mit gesellschaftlichen Lernaktivitäten einzusetzen.

Nachfolgend wird dargestellt, wie aus diesen Überlegungen heraus eine Seminarform für die Erwachsenenpädagogik erarbeitet wurde, um diese für Patienten z.B. bei Präventionsprogrammen oder Mitarbeiter z.B. im Qualitätsmanagement oder bei Führungskräftetrainings einzusetzen.

Material und Methoden: Ein Regisseur, ein Moderator, max. 15 Seminar-Teilnehmer, 3 Video-Kameras, ein Apple-Computer, die Software Director's Cut sowie drei Tage Zeit aller Beteiligten sind Voraussetzungen für die erfolgreiche Absolvierung des Seminars.

Ergebnisse: Analog zum Werkstatt-Theater werden zunächst aktuellen Themen und Probleme gesammelt. Gemeinsam mit Regisseuren und Seminarleitung erfolgt die Festlegung auf ein konkretes Video-Thema z.B. bei adipösen Patienten das Problem "Essverhalten" oder – bei Mitarbeitern – ein z.B. das Thema "Qualitätsmanagement" oder "Mobbing".

Ein Story-Bord wird erstellt, sodann Dramaturgie und Texte erarbeitet, die Rollen in zwei Kleingruppen verteilt. Requisiten werden improvisiert. Bereits am 2. Seminartag finden die ersten Filmaufnahmen statt. Für Schnitte und Trick wird ein weiterer kompletter Tag angesetzt.

Das Ergebnis sind zwei Filme, die in einer Premiere am dritten Seminartag betrachtet, analysiert und bewertet werden.

Fazit: Die gemeinsam erarbeitete Visualisierung vor Publikum – jeweils die andere Kleingruppe – ist der eindeutige Höhepunkt des Seminars. Die Präsentationen üben regelmäßig eine große Wirkung auf Seminaristen und Betrachter aus.

Evaluationen zeigen, dass folgende Fähigkeiten im Rahmen der Seminare besonders geschult werden: Kreativität und Lösungsfindung, demokratische Kommunikation, soziale Verantwortung und Engagement sowie Teamgeist und Gruppenintelligenz.

Damit scheint diese innovative mediale Seminarform für zahlreiche aktuelle Problemstellungen im Gesundheitswesen, in denen größere Gruppen von Personen mit komplexen Problemen (Gesundheitliches Fehlverhalten, Kommunikationsprobleme, mangelndes Fehlerverständnis , Defizite in der Unternehmenskultur) konfrontiert werden, einen adäquaten Rahmen für die Erarbeitung von Lösungsvorschlägen und Verhaltensänderungen abzugeben.