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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Zusammenhang zwischen sportlicher Aktivität und motorischer Leistungsfähigkeit bei Kindern. Ergebnisse der KiGGS-Studie

Meeting Abstract

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  • Anne Starker - Robert Koch-Institut, Berlin
  • Thomas Lampert - Robert Koch-Institut, Berlin

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds405

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds405.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Starker et al.
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Gliederung

Text

Einleitung / Hintergrund: Regelmäßige körperliche Aktivität sowie adäquat entwickelte motorische Fähigkeiten sind wichtige Voraussetzungen für das gesunde Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen. Vor dem Hintergrund des veränderten Freizeit- und Bewegungsverhaltens stellt sich die Frage nach möglichen Auswirkungen auf die motorische Entwicklung der Heranwachsenden. Mit dem Kinder- und Jugendgesundheitssurvey des Robert Koch-Institutes (KiGGS) lässt sich dieser Frage anhand bundesweit repräsentativer Daten nachgehen.

Material / Methoden: An der KiGGS-Studie haben zwischen Mai 2003 und Mai 2006 insgesamt 17.641 Jungen und Mädchen im Alter bis 17 Jahren teilgenommen. Die Auswertungen zum Zusammenhang zwischen sportlicher Aktivität und motorischer Leistungsfähigkeit basieren auf Daten des Kernsurveys für die 4-10-Jährigen (n=6.655). Herangezogen wurden Angaben der Eltern zur sportlichen Aktivität ihrer Kinder sowie Messwerte der bei den Kindern durchgeführten motorischen Tests zu Koordination, Kraft-Ausdauer und Beweglichkeit. Die Testergebnisse lassen sich anhand von Orientierungswerten beurteilen, welche dann in Beziehung zu sportlicher Aktivität gesetzt wurden. Die Daten wurden hinsichtlich soziodemografischer und sozioökonomischer Kriterien ausgewertet, um mögliche Risikokonstellationen ermitteln zu können.

Ergebnisse: Die Auswertungen zur sportlichen Aktivität und motorischen Leistungsfähigkeit zeigen Unterschiede hinsichtlich Sozialstatus und Migrationshintergrund auf: Jungen und Mädchen aus Familien mit niedrigem Sozialstatus und Migrationshintergrund treiben seltener Sport und weisen schlechtere Ergebnisse bei den motorischen Tests auf. Die Zusammenhangsanalysen bestätigen insbesondere die Bedeutung sportlicher Aktivität für die Kraft-Ausdauer: Sportlich aktive Jungen und Mädchen erreichen deutlich bessere Ergebnisse als inaktive Kinder. Dieser Zusammenhang erwies sich auch bei statistischer Kontrolle für Alter, Sozialstatus und Migrationshintergrund als stabil.

Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse unterstreichen den hohen Stellenwert der sportlichen Aktivität für die motorische Entwicklung im Kindesalter. Dies konnte vor allem für die Kraft-Ausdauer, als eine wesentliche Komponente der motorischen Leistungsfähigkeit, herausgestellt werden. Bei der Entwicklung und Umsetzung von Interventionsansätzen sollten die gefundenen Unterschiede hinsichtlich Alter, Sozialstatus und Migrationshintergrund berücksichtigt werden.