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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Ganzheitliches betriebliches Gesundheitsmanagement. Mitarbeiterbefragung über Arbeitsbedingungen als Führungsinstrument – MAF

Meeting Abstract

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  • Hedwig Spegel - Institut und Poliklinik für Arbeits- und Umweltmedizin der Ludwigs-Maximilians-Universität, München
  • Nicole Meyer - Institut und Poliklinik für Arbeits- und Umweltmedizin der Ludwigs-Maximilians-Universität, München
  • Claus Mollenkopf - Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, München
  • Dennis Nowak - Institut und Poliklinik für Arbeits- und Umweltmedizin der Ludwigs-Maximilians-Universität, München

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds391

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds391.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Spegel et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Mitarbeiterbefragung als Führungsinstrument, wie sie vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz konzipiert wurde, ist für mittlere bis größere Betriebe bestimmt und soll konkrete Veränderungs- und Verbesserungsprozesse in den jeweiligen Betrieben anstoßen. Anstelle eines umfangreichen detaillierten Fragebogens dient ein standardisierter Indikatorfragebogen zur Ermittlung des betrieblichen Handlungsbedarfs. Das Befragungssystem wird derzeit in mehreren bayerischen Unternehmen im Rahmen eines ganzheitlichen Gesundheitsmanagementsystems erprobt. Die Projektphase erstreckt sich von 2004 bis 2007 und umfasst eine Erst- und eine Wiederholungsbefragung nach ca. einem Jahr.

Material und Methoden: Der Fragebogen umfasst die Dimensionen: Körperliche Beschwerden, psychomentale und psychosoziale Fehlbelastungen und -beanspruchungen, Zufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen sowie Verbesserungsvorschläge. Die Mitarbeiter und Führungskräfte werden nach der Befragung im Rahmen abteilungsbezogener Gruppendiskussionen in den Prozess der Feststellung konkreter Ursachen und geeigneter Abhilfemaßnahmen eingebunden. Durch einen Regelkreis soll die Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen sichergestellt werden. Die bislang vorliegenden Ergebnisse wurden deskriptiv ausgewertet durch Darstellung absoluter und relativer Häufigkeiten.

Ergebnisse: Insgesamt beteiligten sich sechs bayerische Unternehmen aus den Bereichen Transportwesen, Dienstleistung, Verwaltung und Produktion an dem Projekt. Die Response lag zwischen 34% und 96%. Schmerzen des Bewegungsapparates waren vorrangig (13% bis 63%). Psychomentale Fehlbelastungen waren in allen Unternehmen besonders geprägt durch Unterbrechungen/Störungen (29% bis 53 %). Bei den psychomentalen Beanspruchungen wurden vorwiegend nervliche Anspannung (11% bis 56%), Zeitdruck (22% bis 75%) und Erschöpfung/Müdigkeit (11% bis 27%) genannt. Frustriert und demotiviert fühlten sich 3 bis 33%. Verbesserungsvorschläge bezogen sich vor allem auf organisatorische Aspekte am Arbeitsplatz, Sauberkeit und Raumklima. Sicherheitsbelange spielten hingegen eine untergeordnete Rolle.

Schlussfolgerungen: Mit Hilfe eines vergleichsweise einfachen Mitarbeiterbefragungssystems kann es gelingen, wichtige Informationen über die physische und psychosoziale Gesundheit von Mitarbeitern zu erhalten. Das Instrument eignet sich sowohl für größere als auch für kleinere Unternehmen ab 50 Mitarbeiter.

Ein Handlungsleitfaden und EDV-Tools zur Durchführung der MAF können von der Website des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz heruntergeladen werden.

Die Studie wird durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz finanziell unterstützt.