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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Der EuroSCORE als prognostischer Parameter der postoperativen herzchirurgischen Verweildauer auf der Intensivstation

Meeting Abstract

  • Bernd Schütze - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Thorax- und Kardiovaskuläre Chirurgie, Essen
  • Matthias Thielmann - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Thorax- und Kardiovaskuläre Chirurgie, Essen
  • Ivan Aleksic - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Thorax- und Kardiovaskuläre Chirurgie, Essen
  • Ulf Herold - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Thorax- und Kardiovaskuläre Chirurgie, Essen
  • Markus Kamler - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Thorax- und Kardiovaskuläre Chirurgie, Essen
  • Parwis Massoudy - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Thorax- und Kardiovaskuläre Chirurgie, Essen
  • Günter Marggraf - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Thorax- und Kardiovaskuläre Chirurgie, Essen
  • Heinz Jakob - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Thorax- und Kardiovaskuläre Chirurgie, Essen

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds378

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds378.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Schütze et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Die ständig abnehmende Anzahl deutscher Krankenhäuser und die daraus resultierende reduzierte zur Versorgung der Patienten zur Verfügung stehenden Bettenzahl bei einer gleichzeitigen Verkürzung der Verweildauer erzwingt eine Möglichkeit zur Planung der Bettenbelegung. Insbesondere im Bereich der Intensivmedizin ist dies wünschenswert, da einerseits hier häufig schwerstkranke Patienten behandelt werden, andererseits die Intensivmedizin die kostenintensivste Behandlungseinheit im Krankenhaus ist.

Material und Methode: Im Bereich der Herzchirurgie erfolgt routinemäßig die präoperative Bestimmung des EuroSCORE. Diese Arbeit untersucht, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Wert des präoperativ bestimmten EuroSCORE und der Dauer der postoperativen Intensivbehandlung gibt.

Ergebnis: Untersucht wurden 3402 Patienten, die sich im Zeitraum vom 06. Januar 2000 bis zum 31. Juli 2006 in unserer Klinik einem der folgenden Eingriffe unterzogen und von der Intensivstation direkt auf eine Pflegestation verlegt wurden:

  • Aortokoronarer Bypass (2841 Patienten)
  • Klappenersatz (422 Patienten)
  • Herz- und/oder Lungentransplantation (27 Patienten)
  • Weitere Herzchirurgische Eingriffe (112 Patienten).

Patienten, die von der herzchirurgischen Intensivstation auf eine andere Intensivstation verlegt wurden, wurden von der Untersuchung ausgeschlossen, da die Gesamtdauer des postoperativen Intensivaufenthaltes hier nicht zu ermitteln war.

Die statistische Auswertung (nichtparametrische Rangkorrelation nach Spearman) zeigt eine hohe Signifikanz (p < 0,001) zwischen dem additiven EuroSCORE und der Dauer des Intensivaufenthaltes (Korrelationsgrad 0,833), wohingegen der logistische EuroSCORE zur Abschätzung der Verweildauer nicht so gut geeignet scheint (Korrelationsgrad 0,329). D.h. in der Herzchirurgie kann eine Abschätzung der intensivmedizinischen Liegedauer durch den EuroSCORE erfolgen.

Diskussion: Die intensivmedizinische Patientenbehandlung beansprucht dafür etwa 20% des Krankenhausbudgets. Für Intensivbetten wäre daher eine Planbarkeit ihrer Verfügbarkeit wünschenswert. Der additive EuroSCORE bietet eine einfache Möglichkeit die intensivmedizinische Bettenauslastung im Bereich der Herzchirurgie abzuschätzen. Dadurch wird eine effektivere Bettenplanung bzgl. der kostenintensiven Intensivbetten möglich. Dies ist nicht nur aus betriebswirtschaftlicher Sicht wünschenswert, sondern auch zur Sicherstellung der zukünftigen medizinischen Versorgung.