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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Welche Schwangere rauchen? Systematischer verblindeter Literaturreview bevölkerungsbasierter Befragungsstudien westlicher Industrienationen aus den Jahren 1997-2007

Meeting Abstract

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  • Jessica Schütz - Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg
  • Sven Schneider - Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds376

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds376.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Schütz et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Rauchen während der Schwangerschaft führt zu einem häufigeren Auftreten von Fehlgeburten, einem geringen Geburtsgewicht und zu Wachstumsstörungen. Um effektive Präventions- und Interventionsangebote realisieren zu können, sind verlässliche Daten über diesbezügliche Hochrisikogruppen unerlässlich. Im Folgenden sollen daher die Faktoren identifiziert werden, in denen sich rauchende Schwangere von nicht rauchenden Schwangeren unterscheiden.

Material und Methoden: In diesem systematischen Literaturreview wurden ausschließlich empirische Original-Beiträge auf Basis bevölkerungsrepräsentativer Stichproben schwangerer Frauen berücksichtigt. Ein weiteres Einschlusskriterium war, dass die Studien aus westlichen Industrienationen stammten und zwischen 1997 und 2007 publiziert wurden. Die am QUOROM-Statement orientierte Studienauswahl erfolgte durch die beiden Autoren parallel und vor Abgleich etwaiger Differenzen verblindet. Insgesamt wurden 17 relevante Studien identifiziert. Sieben davon stammten aus den USA, sechs aus Europa, zwei aus Australien. Jeweils eine Studie wurde in Israel und dem Libanon durchgeführt

Ergebnisse: Die durchschnittliche Rauchprävalenz schwankte zwischen den Studien erheblich, sie lag zwischen 12% und 36%. Die Korrelate des Rauchens in der Schwangerschaft lassen sich in biologische, materiell-strukturelle, psychosoziale und verhaltensspezifische Faktoren gruppieren. Besonders häufig rauchen Schwangere, die alleine leben. Hier lag die Rauchprävalenz bei bis zu 51% [1]. Auch Frauen, die einem niedrigeren sozialen Status angehören, rauchen in der Schwangerschaft häufiger. Zu der Gruppe, die überdurchschnittlich oft raucht gehören weiterhin Frauen, welche bereits Kinder haben. Die Wahrscheinlichkeit zu rauchen ist hier zum Teil doppelt so hoch wie bei Erstgebärenden. Weitere Risikofaktoren sind eine defizitäre Schwangerschaftsvorsorge [2] und das Zusammenleben mit einem rauchenden Partner [1].

Schlussfolgerungen: Es konnten eindeutige Risikogruppen ermittelt werden, in denen die Rauchprävalenz überdurchschnittlich hoch ist: Zu nennen sind Frauen, die einer niedrigeren Statusgruppe zugehören, bereits Kinder hatten und die in ihrem Alltag Passivrauch ausgesetzt sind. Speziell für diese Frauen ist es notwendig, eine besondere Aufklärungs- und Präventionsarbeit zu leisten.


Literatur

1.
Penn G, Owen L. Factors associated with continued smoking during pregnancy: analysis of socio-demographic, pregnancy and smoking-related factors. Drug and Alcohol Review. 2002;21:17-25.
2.
Whalen U, Griffin MR, Shintani A, et al. Smoking rates among pregnant women in Tennessee, 1990-2001. Preventive Medicine. 2006;43:196-9.
3.
Schneider S, Schütz J. Welche Schwangere rauchen? - Systematischer verblindeter Literaturreview bevölkerungsbasierter Befragungsstudien westlicher Industrienationen aus den Jahren 1997-2007. (Manuskript)