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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Vergleich zweier Verfahren zur Bestimmung geglätteter altersabhängiger Perzentilkurven

Meeting Abstract

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  • Angelika Schaffrath Rosario - Robert Koch-Institut, Berlin
  • Bärbel-Maria Kurth - Robert Koch-Institut, Berlin

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds347

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds347.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Schaffrath Rosario et al.
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Gliederung

Text

Im Rahmen des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS) wurden in den Jahren 2003-2006 insgesamt 17641 Kinder und Jugendliche untersucht. Die Studie liefert erstmals deutschlandweit repräsentative Daten etwa zu anthropometrischen Messgrößen wie Körpergröße, Gewicht und Body-Mass-Index BMI. Diese Daten können zur Ableitung von altersabhängigen Referenzwerten genutzt werden. Aus statistischer Sicht stellen sich solche Referenzwerte als eine Schar von geglätteten altersabhängigen Perzentilkurven dar.

Eine verbreitete Methode zur Bestimmung von altersabhängigen Referenzkurven stellt die LMS-Methode von Cole und Green (1992) [1] dar. Ihr liegt die Annahme zu Grunde, dass sich die Daten bei festem Alter mittels einer Box-Cox-Transformation in eine Normalverteilung überführen lassen, wobei die drei Parameter der Box-Cox-Transformation (Erwartungswert, Streuung und Schiefe) altersabhängig variieren und diese Variation über kubische Splines als glatte Kurve modelliert wird. Die Schätzung geschieht über eine penalisierte Likelihood. Ein Nachteil der LMS-Methode besteht darin, dass die Kurtosis nicht explizit modelliert wird, während bestehende Datensätze oft eine von der Normalverteilung abweichende Kurtosis aufweisen. Die LMS-Methode kann jedoch in eine allgemeine Modellklasse eingebettet werden, die GAMLSS-Modelle von Rigby und Stasinopoulos (2005) [2], so dass es möglich wird, auch die Kurtosis zu modellieren.

Inhalt des Vortrags ist der Vergleich der LMS-Methode mit den GAMLSS-Modellen zur Bestimmung von altersabhängigen Referenzkurven für die anthropometrischen Messgrößen aus der KiGGS-Studie. Es wird untersucht, in welchen Quantilsbereichen sich die (Nicht-)Modellierung der Kurtosis besonders stark auswirkt und inwieweit sich dadurch Auswirkungen auf die Schätzung der Prävalenz von Werten außerhalb des Referenzbereichs ergeben.


Literatur

1.
Cole TJ, Green P. Smoothing reference centile curves: The LMS method and penalized likelihood. Statistics in Medicine 1992; 11: 1305-19.
2.
Rigby RA, Stasinopoulos DM. Generalized additive models for location, scale and shape. Applied Statistics 2005; 54: 507-54.