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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Inanspruchnahme der Früherkennungsuntersuchung zum Zervixkarzinom in einer Kohorte von bayerischen Frauen über einen Zeitraum von 42 Monaten: Altersabhängigkeit, Regelmäßigkeit, regionale Unterschiede

Meeting Abstract

  • Simon Rückinger - Ludwig-Maximilians-Universität München, München
  • Rüdiger von Kries - Ludwig-Maximilans-Universität München, München
  • Martin Tauscher - Kassenärztliche Vereinigung Bayerns, München
  • Rebekka Redel - Kassenärztliche Vereinigung Bayerns, München

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds335

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds335.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Rückinger et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Die Inzidenz und Mortalität des Zervixkarzinoms ist in Deutschland höher als in vergleichbaren europäischen Ländern. Während Frauen zwischen 50 und 54 am häufigsten erkranken, fällt insbesondere ein zweiter Höhepunkt an Neuerkrankungen bei Frauen ab 70 auf. Ca. 90% der Bevölkerung sind gesetzlich krankenversichert und haben Anspruch auf eine jährliche Krebsvorsorgeuntersuchung, während Screeningprogramme in anderen europäischen Ländern alle 3 oder sogar nur alle 5 Jahre durchgeführt werden. Lassen sich die ungewöhnlich hohen Erkrankungsraten des Zervixkarzinoms in Deutschland durch eine mangelnde Teilnahme an den Früherkennungsuntersuchen erklären?

Materialien und Methoden: Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) wurden ausgewertet, um eine Kohorte von Frauen zu identifizieren, die über einen Zeitraum von über drei Jahren gesetzlich krankenversichert waren. Es ergab sich eine Kohorte von 2.223.135 Frauen (20 Jahre oder älter), die zwischen den Quartalen 2002/3 und 2005/4 bezüglich ihrer Inanspruchnahme der Krebsfrüherkennung, gemäß den Krebsfrüherkennungsrichtlinien des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen, betrachtet werden konnten. Die Inanspruchnahmeraten wurden auf Unterschiede in Altersgruppen und Regionen untersucht. Für Frauen, die am Screening teilnahmen, wurde die Zeit zwischen den Untersuchungszeitpunkten analysiert.

Ergebnisse: Jüngere Frauen nahmen die Krebsfrüherkennung häufiger in Anspruch als ältere Frauen. Unter den 20- bis 30-jährigen hatten nach einem Jahr 54,6% und nach drei Jahren 84,0% der Frauen zumindest eine Untersuchung (41,4 bzw. 60,6% bei den 60- bis 70-jährigen). Frauen die an der Früherkennung teilnahmen, erschienen zu knapp unter 40% nach einem Jahr und zu über 80% nach drei Jahren wieder. Während bei jüngeren Frauen kaum regionale Unterschiede auftraten, waren die Teilnahmeraten bei älteren Frauen aus ländlicheren Regionen auffallend niedrig.

Schlussfolgerungen: Die hohe Zervixkarzinomrate in Deutschland lässt sich nicht allein durch mangelnde Teilnahme am Screening erklären. Jedoch könnte die unzureichende Teilnahme am Screening bei älteren Frauen, insbesondere aus ländlicheren Gebieten, eine Erklärung für die hohe Neuerkrankungsrate in dieser Altersklasse liefern.