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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Messung von Morbidität und Komorbidität. Deutsche Adaptation der Cumulative Illness Rating Scale (CIRS-G)

Meeting Abstract

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  • Manfred Nosper - Medizinischer Dienst Rheinland-Pfalz, Alzey

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds292

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds292.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Nosper.
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Gliederung

Text

Einleitung: Trotz der Bedeutung von Morbidität und Komorbidität wurde bislang kein deutschsprachiges Assessment entwickelt. Vergleichsstudien zeigten, dass nur vier von 13 Verfahren methodischen Ansprüchen genügen und empfehlen den CIRS-G als Morbiditätsassessment der ersten Wahl [1].

Methode: Deshalb wurde die von Linn 1968 konzipierte Cumulative Illness Rating Scale (CIRS) von Nosper (MDK Rheinland-Pfalz) als german version bearbeitet. Das von Miller (1991) erstellte Leitlinienmanual wurde ins Deutsche übertragen [2]. Der CIRS wurde entwickelt, um alle komorbiden Erkrankungen eines Patienten umfassend abzubilden. Dazu werden14 Organsysteme auf einer Skala von 0 bis 4 bewertet. Kennwerte sind der Morbiditätsindex MI, der Somatische Morbiditätsindex SMI, die Relevante Somatische Morbidität RSK und der Komorbiditätsindex (KMI). Der CIRS korreliert mit Mortalität, Häufigkeit von Krankenhausbehandlungen und deren Dauer, stationären Wiederaufnahmen, Medikamentenverbrauch, auffälligen Laborbefunden, funktionalen Beeinträchtigungen von Aktivitäten und der Überlebenszeit nach Tumorerkrankungen ohne Verschlechterung. Die Retest- und Interraterreliabilität liegt bei 0.8. Das Rating erfordert ein Training und wird unterstützt durch Guidelines. Ein trainierter Rater benötigt 5 bis 10 Minuten.

Ergebnisse: Der CIRS-G wird in den neurologischen, geriatrischen und orthopädischen Rehabilitationseinrichtungen in Rheinland-Pfalz im Rahmen der Datenerhebungen mit EVA-Reha eingesetzt. Die Homogenität der 14 Skalen ist gut (Cronbach`s Alpha = 0.8). Geriatrische Patienten (MI = 19,4) sind im Durchschnitt morbider als neurologische (MI = 16,0), diese morbider als Patienten in orthopädischer Rehabilitation (MI = 8,2). Im Vergleich Rehabeginn und Rehaende ist der CIRS-G änderungssensitiv mit Effektstärken zwischen ES 0,4 bis 0,6. Die CIRS-Werte bei Rehabeginn korrelieren niedrig bis mittelgradig im Bereich 0,2 bis 0,4 mit Aktivitäten des täglichen Lebens und Schmerzskalen.

Fazit: Mit der german version des CIRS-G steht erstmals ein reliables und valides Assessment der Multimorbidität in deutscher Sprache zur Verfügung.


Literatur

1.
de Groot V et al. How to measure comorbidity: a critical review of available methods. Journal of Clinical Epidemiology 56 (2003) 221-229.
2.
Hock G, Nosper M. Manual CIRS-G. Cumulative Illness Rating Scale. Skala zur kumulierten Bewertung von Erkrankungen. V.2.1 vom 13.06.2005. MDK Rheinland-Pfalz.