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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Mütter, die während der Schwangerschaft rauchen, riskieren, dass ihre Kinder später an Übergewicht oder Fettleibigkeit leiden

Meeting Abstract

  • Hedi Mühlbauer - TNS Healthcare GmbH, München
  • Constanze Cholmakow-Bodechtel - TNS Healthcare GmbH, München
  • Bernd Grosche - Bundesamt für Strahlenschutz, Oberschleißheim

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds277

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds277.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Mühlbauer et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Dass Nikotinkonsum in der Schwangerschaft zu Entwicklungsschäden führen kann, ist schon länger bekannt. Ob das Rauchen in der Schwangerschaft auch zu einer höheren Prävalenz von Übergewicht und Adipositas im jugendlichen Alter beiträgt, wurde in der vorliegenden Studie „Biogramm“ untersucht.

Methode: In den Jahren 1987/1988 hat die Infratest Gesundheitsforschung (heute: TNS Healthcare GmbH) in Zusammenarbeit mit dem Bundesgesundheitsamt, im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, repräsentativ für die alten Bundesländer 3.900 Frauen in der 15.-28. Schwangerschaftswoche befragt. Im Jahre 2005 nahmen 2.402 dieser Haushalte an der Folgebefragung "Biogramm 2004" erneut teil. Dieses Vorhaben wurde ebenfalls von TNS Healthcare im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz durchgeführt.

Ergebnis: Die Kohortenstudie zeigt, dass es einen Einfluss auf das spätere Körpergewicht des Kindes haben kann, wenn Frauen während der Schwangerschaft rauchen. Von denjenigen Frauen, die im Jahre 1987/88 angaben, während der Schwangerschaft zu rauchen, lag im Jahr 2005 die Prävalenz des Übergewichtes bei den Kindern mit 13,5% fast doppelt so hoch als bei Kindern von Frauen, die nie geraucht haben (7,3%) bzw. wegen der Schwangerschaft mit dem Rauchen aufgehört hatten (6,5%). Die Prävalenz der Adipositas zeigt ein ähnliches Bild. So liegt diese bei Kindern von Frauen, die während der Schwangerschaft geraucht haben, bei 5,9%, im Gegensatz zu 3,1% bei Kindern von Frauen, die noch nie geraucht haben bzw. 3,0% bei Kindern von Frauen, die wegen der Schwangerschaft mit dem Rauchen aufgehört hatten.

Schlussfolgerung: Es gibt sicher mehrere Gründe und Ursachen, die zur Fettleibigkeit bei Kindern führen. Doch wie obige Ergebnisse zeigen, könnte auch der Risikofaktor "Rauchen in der Schwangerschaft" eine Ursache für die steigende Adipositas bei Kindern und Jugendlichen sein.