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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Umsetzung leitliniengerechter Therapie bei diabetischen Patienten mit akutem Herzinfarkt: Ergebnisse des Berliner Herzinfarktregisters (BHIR)

Meeting Abstract

  • Birga Maier - TU Berlin, Berlin
  • Jens-Uwe Roehnisch - Vivantes Klinikum Hellersdorf, Berlin
  • Gerd Kallischnigg - TU Berlin, Berlin
  • Heinz Theres - Charite Berlin, Berlin
  • Rudolf Henzgen - Vivantes Klinikum Neukölln, Berlin
  • Steffen Behrens - Vivantes Humboldt Klinikum, Berlin

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds254

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds254.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Maier et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Frühere Daten des BHIR haben gezeigt, dass diabetische Infarktpatienten (DMI) seltener als nicht-diabetische Infarktpatienten (NDMI) leitlinienkonform behandelt werden. In dieser Studie wurde untersucht, ob nach Publikation der Leitlinien Ende 2000 Veränderungen in Therapie und Outcome eingetreten sind.

Methode: Im BHIR werden seit 1999 prospektiv Daten von Infarktpatienten gesammelt. In diese Auswertung gehen alle Daten ein von 1154 Patienten aus 1999/2000 (davon 293 DMI) und von 1495 Patienten aus 2004/2005 (davon 425 DMI) aus 7 Kliniken mit kontinuierlicher Teilnahme am BHIR seit 1999.

Neben einer deskriptiven Analyse wurden mit Hilfe einer logistischen Regression der Einfluss des Diabetes und der Reperfusion (leitliniengerechte Therapie), adjustiert für Alter, Geschlecht und Parameter des Schweregrads bei Aufnahme, auf die Krankenhaussterblichkeit für 04/05 errechnet.

Ergebnisse: Von 99/00 bis 04/05 blieb die Alters- und Geschlechterverteilung von DMI und NDMI gleich, während der Anteil der schwerer erkrankten Patienten bei Aufnahme eher zunahm. Der Einsatz der Reperfusion nahm für DMI deutlicher zu (von 44,6% auf 71,4%; p<0,001) als für NDMI (von 62,9% auf 79,2%; p<0,001). Diese Entwicklung zeigt sich besonders deutlich bei den Frauen, bei denen sich die Reperfusionshäufigkeit 04/05 zwischen DMI und NDMI angeglichen hatte (DMI 69,0% NDMI 70,7%; p=0,146). Die Krankenhaussterblichkeit nahm für DMI deutlicher ab, nämlich von 17,3% auf 9,2% (p=0,001), als für NDMI von 8,3% auf 5,0% (p=0,005).

Für 04/05 zeigte sich im Ergebnis der logistischen Regression, dass Diabetes mellitus keinen signifikanten Einfluss mehr auf die Sterbewahrscheinlichkeit besaß (OR=0,82; 95%KI: 0,43-1,55), wobei der Einfluss der Reperfusion (OR=0,48; 95% KI: 0,25-0,93) signifikant war.

Schlussfolgerungen: Der Vergleich über die Zeit zeigt eine Zunahme der Häufigkeit der leitliniengerechten Therapie für DMI mit einer Angleichung der Häufigkeiten zwischen DMI und NDMI.

So kann vermutet werden, dass es die leitliniengerechte Therapie ist, die wesentlich zur Reduktion der Krankenhaussterblichkeit beigetragen hat.


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