gms | German Medical Science

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

COX-2 Inhibitoren und Herzinfarkt in drei verschiedenen Bevölkerungen (Großbritannien, USA, und Kanada)

Meeting Abstract

  • Michael Lewis - EPES Epidemiolgie GmbH, Berlin
  • Donald R. Miller - CHQOER & Boston University, Boston, USA
  • Elham Rahme - McGill University, Montreal, Canada
  • Dörthe Kühl-Habich - EPES Epidemiolgie GmbH, Berlin
  • Fran Cunningham - PBMSHCG Hines VAMC, CHicago, USA
  • David W. Kaufman - Slone Institute, Boston, USA
  • Lynn Rosenberg - Slone Institute, Boston, USA
  • Jaques LeLorier - University of Montreal, Montreal, Canada

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds239

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds239.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Lewis et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Hintergrund: Einigen selektiven COX-2 Inhibitoren wird ein erhöhtes Herzinfarktrisiko zugesprochen. Die Risiken von Meloxicam, einem bevorzugten COX-2 Inhibitor, und anderen nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) sind unbekannt.

Methoden: Um das Herzinfarktrisiko bei Anwendern von COX-2 Inhibitoren, Meloxicam, und anderen NSARs im Vergleich zu Nicht-Anwendern zu bestimmen wurden in der General Practitioner’s Research Database (GPRD; einer Administrativen Datenbank aus Großbritannien), der Quebec Krankenhaus- und Verschreibungsdatenbank (RAMQ; Kanada), und der Veteranenbehörde (Veterans Administration; VA, USA) Fall-Kontrollstudien nach einem einheitlichen Protokoll durchgeführt. Fälle (Alter > 50 Jahre) mit einem Erstinfarkt wurden 1:4 den entsprechenden Kontrollen nach Ereignisdatum, Geschlecht, Alter und Region zugeteilt. Die Informationen von 7.037 Fällen und 40.619 Kontrollen in der GPRD, 34.574 Fällen und 138.068 Kontrollen in der RAMQ, und 58.553 Fälle und 221.885 Kontrollen in der VA wurden mit gematchter logistischer Regression ausgewertet.

Ergebnisse: Die für den Vergleich von Meloxicam gegenüber Nichtanwendung berechneten gematchten Odds Ratios (OR) für Herzinfarkt sind 0,99 (95% CI: 0,55 – 1,78) in der GPRD, 0,74 (0,60 – 0,91) in der RAMQ, und 0,96 (0,74 – 1,25) in der VA. Die Risikoschätzungen für Rofecoxib, sind 1,14 (0,76 – 1,69) in der GPRD, 1,09 (1,04 - 1,15) in der RAMQ, und 1,46 (1,36 – 1,58) in der VA. Anwender von Celecoxib zeigen gegenüber Nichtanwendern ein Herzinfarktrisiko von 1,89 (1,23 – 2,89) in der GPRD, 1,02 (0,98 - 1,07) in der RAMQ, und 1,24 (1,16 – 1,33) in der VA; für Diclofenac sind die Schätzungen 1,22 (0,97 – 1,52) in der GPRD, 1,07 (0,99 – 1,14) in der RAMQ, und 1,23 (1,14 – 1,33) in der VA. Verringerte ORs zeigen sich für Naproxen in der RAMQ (0,74; 0,68 to 0,80) und der VA (0,74; 0,68 - 0,81).

Schlussfolgerung: Trotz einheitlicher Methodik zeigen sich Unterschiede. In jeweils zwei Bevölkerungen ergeben sich erhöhte Herzinfartktrisiken für Celecoxib und Rofecoxib und verringerte Risiken für Naproxen. In keiner der drei Bevölkerungen wurde ein erhöhtes Herzinfarktrisiko für Meloxicam nachgewiesen.