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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Was kann ein IT-basierter Leitlinienbaum für einen verbesserten Wissenstransfer in der Demenzversorgung leisten?

Meeting Abstract

  • Stefan Külz - Universität Göttingen, Bereich Humanmedizin, Medizinische Informatik, Göttingen
  • Ralf Ihl - Alexianer-Krankenhaus Köln, Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie, Köln
  • Paul Wenzlaff - Zentrum für Qualität und Management im Gesundheitswesen (ZQ) Hannover, Ärztekammer Niedersachsen, Hannover
  • Sabine Jansen - Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V., Berlin, Berlin
  • Lutz Frölich - Universität Heidelberg, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim, Mannheim
  • Brigitte Grass-Kapanke - Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Rheinische Kliniken, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Düsseldorf
  • Otto Rienhoff - Universität Göttingen, Bereich Humanmedizin, Medizinische Informatik, Göttingen

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds220

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds220.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Külz et al.
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Gliederung

Text

1.
In einer Kooperation zwischen dem Vertikalen Netz des Kompetenznetzes Demenzen und der Firma knowledgeTools ist ein IT-gestützter Leitlinienbaum für Demenzen mit dem Ziel eines verbesserten Transfers von aktuellem Leitlinienwissen an niedergelassene Allgemeinärzte entwickelt worden. Erfahrungshintergrund ist, dass (potentiell) Demenzerkrankte in der Regel als erstes bei dieser Ärztegruppe vorstellig werden, dass dort aber oft kein ausreichendes Wissen vorhanden ist, wie man Demenzen erkennt, diagnostiziert und therapiert.
2.
Basis für die inhaltliche Gestaltung des Baums waren Demenz-Leitlinien psychiatrischer und neurologischer Fachgesellschaften. Im webbasierten Leitlinienbaum kann je nach Bedarf in den Hauptzweigen Diagnostik und Therapie navigiert werden, um die relevanten aktuellen Empfehlungen, etwa zu medikamentöser und nichtmedikamentöser Therapie, aufzurufen. Die Evidenzstufen des dort hinterlegten Leitlinienwissens sind erklärt, sie sind außerdem für die einzelnen Handlungsempfehlungen angegeben und zusätzlich als farbliche Markierung erkennbar. Weiterhin sind Links zu den Studien vorhanden, die diesen Evidenzgrad belegen. Das System ermöglicht eine fallbezogene Dokumentation, die man im weiteren Verlauf wieder aufrufen kann, sowie statistische Auswertungen.
In Nutzertests mit der genannten Hauptzielgruppe, aber auch mit Klinikärzten und niedergelassenen Fachärzten, Pflegekräften und Angehörigen, wurde mittels eines Fragebogens und Diskussionsbeiträgen in Foren ermittelt, inwiefern der Leitlinienbaum als Unterstützung im ärztlichen und pflegerischen Alltag empfunden wird und wie er dort eingesetzt werden könnte.
3.
Es ergab sich, dass das IT-Instrument zur Visualisierung von Leitlinienwissen zum großen Teil als sinnvolle und hilfreiche Unterstützung von Ärzten bewertet wird. Allerdings wird die Nützlichkeit nicht so sehr im direkten Patientenkontakt gesehen, als vielmehr grundsätzlich in der Vermittlung von qualitativ hochwertigem Leitlinienwissen. Als Unterstützung von Patienten und Angehörige wurde das Instrument in den Tests als weniger hilfreich eingestuft, allerdings sei es wünschenswert, wenn das dort implementierte Wissen von Ärzten angewandt werden würde.
4.
Die Nutzertests lassen den Schluss zu, dass das IT-Instrument zur Visualisierung von Leitlinienwissen aus der und für die Demenzversorgung weiter entwickelt werden sollte – primär für Ärzte und medizinische Experten.