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Kongress Medizin und Gesellschaft 2007

17. bis 21.09.2007, Augsburg

Meta-Analyse zu erwartbarem Komplikationsprofil und komplikationsbedingten Mehrkosten nach refraktiver Chirurgie

Meeting Abstract

  • Frank Krummenauer - Technische Universität Dresden, Dresden
  • Münevver Demir - Technische Universität Dresden, Dresden
  • Julia Lamparter - Technische Universität Dresden, Dresden
  • Burkhard Dick - Ruhr-Universität Bochum, Bochum

Kongress Medizin und Gesellschaft 2007. Augsburg, 17.-21.09.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07gmds214

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/gmds2007/07gmds214.shtml

Veröffentlicht: 6. September 2007

© 2007 Krummenauer et al.
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Gliederung

Text

Zielsetzung: Die refraktive Chirurgie bietet sichere und kosteneffektive Versorgungs-Angebote für den myopen Patienten, dennoch können Komplikationen nicht ausgeschlossen werden. Diese erfordern zum Teil kostenintensive Nachsorge. Zur Quantifizierung des nach LASIK bzw. phaker IOL-Implantation zu erwartenden Komplikationsprofils und der damit einher gehend reduzierten Kosteneffizienz des primären Eingriffs wurden zwei unabhängige Meta-Analysen durchgeführt mit entsprechenden Kostenanalyse aus Sicht des ärztlichen Leistungserbringers, der unter Umständen die Behandlung von Komplikationen tragen muss.

Methodik: Die zu Komplikationen nach LASIK bzw. nach PIOL-Implantation im Zeitraum 1995–2004 im angloamerikanischen Sprachraum publizierte Literatur wurde mittels quantitativer Meta-Analysen zusammengefaßt: Für jede berichtete Komplikationsart wurde deren „Meta-Inzidenz“ aus den hierzu dokumentierten Einzelangaben gemittelt. Weiter wurden ein klinischer Behandlungspfad zur ggf. notwendigen Behandlung der jeweiligen Komplikation erstellt und entlang dieses Pfades die für den ärztlichen Leistungserbringer zu erwartenden Kosten simuliert.

Ergebnisse: In die Meta-Analyse zu Komplikationen nach LASIK konnten 30 Publikationen eingebracht werden, in die zur PIOL-Implantation 21. Als häufigste Komplikationen nach LASIK wurden „Lichtsensationen“ und „Trübungen / Haze“ berichtet mit Meta-Inzidenzen von 46.3% bzw. 14.5%, nach PIOL-Implantation „asymptomatische Dezentrierungen“ und „Halos“ mit Inzidenzen von 21.5% bzw. 19.4%. Als kostenintensivste Komplikation nach LASIK zeigten sich die Re-treatments (Inzidenz 24.0%) mit erwartbaren Mehrkosten von 448.91 € pro Eingriff, sowie Schnitt-Komplikationen (Inzidenz 11.1%) mit 63.12 € pro Eingriff. Nach PIOL-Implantation wurden als kostenintensivste Komplikationen induziertes Glaukom und induzierte Katarakt mit Meta-Inzidenzen von 3.4% bzw. 2.1% sowie erwartbaren Mehrkosten von 105.33 € bzw. 30.65 € pro Eingriff identifiziert. Summarisch sind pro LASIK-Eingriff Komplikations-bedingte Mehrkosten von 648.30 €, pro PIOL-Implantation von 675.80 € zu erwarten, entsprechend Mehr-Anteilen von 27% bzw. 35% zur Primär-Versorgung.

Schlussfolgerung: Das nach refraktiver Chirurgie zu erwartende Komplikations-Profil kann klinisch und ökonomisch als moderat und mit dem der klassischen Kataraktchirurgie vergleichbar angesehen werden.


Literatur

1.
Lamparter J, Dick HB, Krummenauer F. Clinical benefit, complication patterns and cost effectiveness of laser in situ keratomileusis in moderate myopia – results of independent meta analyses on clinical outcome and postoperative complication profiles. European Journal of Medical Research. 2005;10:402-9.